19 teilweise schwere Unfälle in fünf Jahren und zuletzt drei Schwerverletzte auf der Kreuzung der Staatsstraße 2271 am Marktstefter Gewerbegebiet Traugraben waren zu viel: Der Unfallschwerpunkt wird entschärft. Nach einem Treffen der Unfallkommission am Dienstag vor Ort beschlossen die Verantwortlichen zwei Sofortmaßnahmen: eine Erweiterung der Tempo-70-Zone und die Errichtung einer Sichtbarriere.

Die Unfallkommission (Polizei, Landratsamt, Staatliches Bauamt) hat eine Blitzreaktion ausgelöst. Die neuen Schilder für das erweiterte Tempo-Limit stehen schon neben beiden Fahrbahnen. Und die Sichtbarriere ist bereits in Planung, wie Corinna Petzold, Pressesprecherin am Landratsamt erklärt.

Die Zaunelemente, die an der Kreuzung an der Marktstefter Ausfahrt den Blick Richtung Kitzingen verstellen und die Autofahrer zum Anhalten am Stoppschild zwingen sollen, werden laut Petzold „in den nächsten beiden Wochen aufgebaut“. Standort der Sichtbarriere werde die tropfenförmige Verkehrsinsel an der Abfahrt.

Die beiden Vorkehrungen sollen dem Unfallschwerpunkt ein gutes Stück Gefährlichkeit nehmen. Ob sie für eine dauerhafte Risikovorsorge taugen, will die Unfallkommission untersucht wissen. Die Kreuzung werde in den kommenden Wochen intensiv beobachtet, betont Petzold. Es seien auch Verkehrszählungen in dem Bereich angeordnet.

Weitere Umbauten im Kreuzungsbereich, eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr, sind Petzold zufolge vorerst nicht im Plan. Allerdings stehen die Verantwortlichen da unter dem Druck der Bevölkerung. Gut 200 Marktstefter Bürger haben auf einer Unterschriftenliste die Entschärfung der Kreuzung gefordert.

Rückendeckung haben sie von den Freien Wählern Marktsteft, deren Bürgermeister-Kandidatin Simone Ossenkemper vor wenigen Tagen bei einer Infoveranstaltung für eine nachhaltige Lösung des Sicherheitsproblems eintrat. Die FW-Kandidatin und mit ihr viele Bürger fordern einen Kreisel an dem Unfallschwerpunkt.

Den hält auch Landrätin Tamara Bischof für die beste Lösung, wenn erst einmal die HEM-Tankstelle auf Marktstefter Seite gebaut wird – dort, wo nach Feststellungen der Polizei die meisten Unfallverursacher von der Marktbreiter Straße in die Staatsstraße einbogen. Bischof hat nach eigenen Worten jetzt ein Schreiben an Michael Fuchs, den Leiter des Bereichs Straßenbau am Staatlichen Bauamt geschickt, mit der Bitte um einen baldigen Ortstermin gemeinsam mit den Bürgermeistern von Marktsteft und Marktbreit.

Mit Blick auf die Risiko-Kreuzung erinnert Bischof an den einstigen Unfallschwerpunkt bei Rödelsee. Hier habe sich das Staatliche Bauamt auch erst gegen einen Kreisel gewehrt. Nachdem aber sowohl eine Getreidemauer als Sichtbarriere, als auch eine Ampel nichts brachten, sei der Kreisverkehr gekommen: „Dann war dort Ruhe.“

Der Zwang zu einer tief greifenden Lösung dürfte mit der geplanten Tankstelle auf dem dreieckigen Grundstück an der Straße kommen. Das Grundstück neben der Ausfahrt Marktsteft ist laut Staatlichem Bauamt seit Anfang Februar verkauft. Und nach den Worten von Pressesprecherin Petzold sind die Unterlagen für die Baugenehmigung fast vollständig da, die Prüfung in den letzten Zügen.