Viktor und Nina Wieberg aus Schwarzenau feierten am Montag ihr 65-jähriges Ehejubiläum. Zur Eisernen Hochzeit gratulierten die vier Töchter und ihre Partner, sechs Enkelkinder und drei Urenkel. Die Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachte Bürgermeister Volker Schmitt (Bildmitte). 1949 heirateten sie in einem kleinen Dorf in Sibirien. 1993 wurden die Wiebergs spät ausgesiedelt und kamen nach Nordrhein Westfalen. Zwölf Jahre wohnten sie in Nümbrecht. Drei Jahre lebten sie in Kitzingen, ehe sie 2009 nach Schwarzach zogen. Dort werden sie von Tochter Irina Braun und Schwiegersohn Georg betreut. Viktor Wieberg wurde am 6. Mai 1925 in Marxstadt in Sibirien geboren. Zusammen mit seiner Schwester wuchs er am Wolga-Ufer auf. Sein Vater starb, als er gerade einmal zwei Jahre alt war. Mit 16 Jahren kam er in ein Arbeitslager in Sibirien. In einer Kohlegrube musste er teilweise bei minus 50 Grad Celsius schuften. 1946 erkrankte er an der Lunge und wurde arbeitsunfähig. Auf dem Dach eines Eisenbahnwagons gelang ihm die Flucht aus dem Arbeitslager. Bis 1968 reparierte er als Mechaniker landwirtschaftliche Maschinen. Aus Gesundheitsgründen verließ er zusammen mit seiner Familie das eisige Sibirien und zog nach Südrussland. Dort fand er eine Beschäftigung in einem großen Getreidewerk. 1985 trat er in den Ruhestand. Seine Frau Nina kam am 12. Januar 1928 zur Welt. Sie hatte vier Geschwister. Als sie drei Jahre alt war, starb ihre Mutter. Zwei Jahre später ereilte ihren Vater dasselbe Schicksal. „Wir Kinder sind in fünf verschiedene Waisenhäuser gekommen“, erinnert sie sich an ihre Kindheit. Im Waisenhaus in Novosibirsk ging sie zur Schule und lernte später den Beruf der Werkzeugmacherin. Der Zufall wollte es, dass sie später ihre älteste Schwester wieder traf. Es war für sie neben ihrer Ehe und ihren Kindern das größte Glück auf Erden.