Heimgekehrt aus Gefangenschaft und Lazaretten, suchten einsatzfreudige Männer in Marktbreit Gelegenheiten, sich in geselliger Runde zu treffen und einen Ausgleich zum Berufsleben zu starten. Mit diesen Gedanken gründeten sieben Männer 1920 den Kegelclub Germania (SKC). In diesen Tagen, 102 Jahre später, feierte der Sportkegelclub Germania 1920 Marktbreit mit einem Festkommers in der Rathausdiele. Der stellvertretende Vorsitzende Karsten Schober moderierte den Abend und begrüßte zahllose Gäste. Er beklagte, dass im Landkreis Kitzingen nur noch zwei weitere Kegelvereine bestehen.

Das Entstehen des SKC beschrieb Hermann Schneider, der den Verein zwölf Jahre als Vize und dann 34 Jahre als Vorsitzender führte. Zum 50-jährigen Bestehen habe der Verein 1972 mangels Unterlagen alles noch vorhandene Wissen zusammengetragen und bei Josef Sänger, dem letzten damals noch lebenden Gründungsmitglied, Unterstützung gefunden.

1958 habe es noch die weiteren Vereine Teutonia, Alle Neune und Gute Auflage gegeben, die überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr bestehen, viele ihrer Mitglieder schlossen sich Germania an.

1963 baute der Verein eine eigene moderne Kegelbahn an der Buheleite, die trotz Eigenkapitals von nur 2000 DM und Zuschüssen von 10.000 DM verwirklicht werden konnte. Gleichzeitig begann das Sportkegeln in Marktbreit und eine Erfolgslinie, die 1994 zu einem 950.000 DM teuren Erweiterungsbau führte und einen Kraftakt für den SKC darstellte.

Gründung von Damenmannschaften

Als der Verein 2002 nahezu 150 Mitglieder zählte, wurden Damenmannschaften gegründet.

Bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck entstanden Kontakte nach Südtirol, Österreich und Tschechien mit Gegenbesuchen. So entstand auch die Freundschaft zum KC Grünweiß Mehltheuer, die bis heute Bestand hat.

Vorsitzende Isabel Degen ist seit einem Jahr im Amt und sieht die Zukunft des SKC in der Gewinnung neuer Mitglieder, vor allem in der Jugend, um weiter sportliche Erfolge feiern zu können.

Jahrhunderte alte Tradition

Landrat Robert Finster nannte 100 Jahre eine Zeit von Erfolgen, aber auch Niederlagen, immer mit sportlichen Begegnungen mit anderen Kegelnden. Es sei ein Sport ohne moderne Technik, bei dem man Gemeinschaft erleben könne. Für Bürgermeister Harald Kopp ist Kegeln ein Sport mit Jahrhunderte alter Tradition, für jung und alt gleichermaßen und mit großartigen Erfolgen.

Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Sportkegler- und Bowlingverbandes, Ralf Kleinert, nannte Kegeln eine Präzisionssportart, die schon in Ägypten 3500 v. Chr. bekannt gewesen sei. Der Kegel entsprang wohl der germanischen Keule. Heute zähle Kegeln leider zu den Randsportarten.

Der Verein habe in seinen 100 Jahren Zeiten erlebt, die ungleich härter und schwerer waren als heute, dennoch habe er sich behauptet, stellte Günter Jackel vom Bayerischen Landessportverband Unterfranken fest. Das seien wichtige Erfahrungen. Damit sei der KSC nicht nur ein Sportverein, sondern ein Stück Heimat.

Christiane Höfer vom Turnverein gratulierte namens aller Marktbreiter Vereine, Gerd Eckstein, Vorsitzender des KC Grünweiß Mehltheuer, blickte in launigen Worten auf die Entstehung einer Freundschaft zwischen Mehltheuer und Marktbreit gegen Ende der DDR zurück. Theresa Tiedemann gab einen Einblick in die Kegel- und Vereinsgeschichte. Den musikalischen Beitrag gestaltete die Musikgruppe des Gymnasiums Marktbreit.

Ehrungen

Treueabzeichen: Wolfgang Redelhammer, Hermann Schneider.
50 Jahre: Charly Haaf, Roland Knieling, Eberhard Knöchel, Alfred Schramm und Wilfried Sperber.
25 Jahre: Ute Endres, Jürgen Geringer, Andreas Heckel, Katharina Kleinschroth, Markus Lohmüller, Stefan Möser, Anja Obernöder, Yvonne Schneider, Peter Spiegel und Frank Wille.
Dankesurkunden für ehrenamtliche Tätigkeiten: Stephan Eidel, Roland Knieling, Ruth Knieling, Wolfgang Redelhammer, Hermann Schneider, Alfred Schramm und Astrid Uhl.
Quelle: bag