Der Seinsheimer Gemeinderat hat für diese Wahlperiode drei Arbeitskreise gebildet. Neben "Dorfgemeinschaftshaus Iffigheim" und "Amtshaus Seinsheim" gibt es auch eine Gruppe "Gemeinderäte", die sich intensiv mit dem Jugendhaus Seinsheim beschäftigt. Die Zeit drängt, doch dieses Jahr wird es nichts mehr. Aber die Jugend sucht für den Winter ein Domizil.  

Obwohl das Thema Jugendhaus nicht auf der Tagesordnung der Sitzung stand, die wegen Corona erneut im Jugendheim stattfinden musste, waren Jugendliche erschienen, um auf ein dringend benötigtes Winterquartier aufmerksam zu machen. Unter Wünsche und Anträge sprach Gemeinderat und Jugendbeauftragter Stefan Schwarz dann das Thema an, obwohl Bürgermeisterin Ruth Albrecht schon zu Beginn der Sitzung deutlich darauf hingewiesen hatte, dass es heute noch nichts Neues zu sagen gäbe, weil sich der Arbeitskreis erst diese Woche mit vorliegenden Angeboten beschäftigen müsse.

Entstehen soll das Haus in der Geländespitze zwischen Weinbergstraße und Am Torhaus am Rande des Ortes nahe des Landschaftssees. Denn bei einem vorliegenden Angebot von etwa 200 000 Euro sieht Ruth Albrecht schwarz, was die Finanzierbarkeit betrifft. Deshalb will man im Arbeitskreis in kleiner Runde nach Lösungen suchen und diese dann dem Gemeinderat vorstellen.

Jugendraum ist Thema im September

Schwarz hält den schon lang andauernden Zustand, in dem die Jugend kein Domizil hat, für unbefriedigend. Er beantragte, einen alternativen Jugendraum als Übergangslösung zur Verfügung zu stellen. Schwarz selbst hatte seinen Keller 2017 der Jugend gekündigt, der bis dato als Jugendraum gedient hatte.

"Es wird schwer sein, da etwas aus dem Boden zu stampfen", meinte die Bürgermeisterin. Der Dachboden in der Dreschhalle scheide aus, da hier ein zweiter Fluchtweg fehle. Auch die gemeindeeigene Marktgade stehe für diese Nutzung nicht zur Verfügung. Für so einen Raum müssten verschiedene Regeln und Vorgaben beachtet werden.

"Wenn Ihr jemanden habt, der einen Raum für Euch hat, werden wir Euch unterstützen", versicherte Ruth Albrecht. Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am 7. September mit dem Thema beschäftigen.

Halteverbot am Landschaftssee

Weiter beschäftigen muss sich das Gremium mit dem Landschaftssee. Die Halteverbotsschilder finden nicht bei allen Beachtung. Das könnte teuer werden, sagte die Bürgermeisterin: "Der Strafzettel kann auch per Post kommen."

Weiteres Problem dort sind Angler. Das sei nämlich nicht erlaubt. Der Aufwand, den See in ein Angelgewässer zu verwandeln, sei enorm und erfordere viele Nachweise über Fischbesatz und so weiter. Dazu müssten Angelkarten ausgegeben werden, Angler müssten zudem den Angelschein besitzen.

Eine Möglichkeit wäre es, die Sache einem Angelverein zu übergeben. Für die Gemeinde sei der Aufwand zu groß, weswegen Angeln verboten bleibt. Zudem würden die Fische im See benötigt, um die Algen unter Kontrolle zu haben.

Vandalismus nimmt zu

Auch der zunehmende Vandalismus in diesem Bereich bereitet Sorgen. Beim Steg am See, der ausschließlich dazu diene, trockenen Fußes zum Überlauf zu gelangen, sei das entsprechende Schild umgetreten worden, berichtete Albrecht, die ihrem Ärger darüber nicht verbarg. Es sei Anzeige erstattet worden.

Nicht durch Vandalismus, sondern durch den Zahn der Zeit, hat das Panoramabild von Seinsheim unterhalb des Steinbruches Schaden genommen. Da es direkt an der sehr gut frequentierten Traumrunde liegt, hat die Gemeinde das unansehnlich gewordene Schild entfernen lassen. Jetzt soll ein neues Schild aufgestellt werden. Die Nettokosten dafür belaufen sich auf 635 Euro.