Mit einem Spaziergang ums Dorf begann jüngst die Bürgerversammlung in Segnitz. Bürgermeister Peter Matterne lud ein, die wichtigsten Punkte vor Ort zu diskutieren. Los ging es am Ortseingang, wo der verkehrsberuhigte Bereich bis zur Ortseinfahrt hinausgezogen werden soll, so dass die Vorfahrtsregeln dann klarer werden.

In den zehn Minuten, die die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort standen, kreuzten zahlreiche Radfahrende und Autos den Weg und machten eindrucksvoll klar, dass auch in einer kleinen Ortschaft jede Menge Verkehr herrschen kann. Ein Thema, das auch bei der späteren Aussprache in der Turnhalle zum Schwerpunkt wurde. Nach wie vor halten sich viele Fahrerinnen und Fahrer nicht an die gebotene Schrittgeschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt und einige Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich hierzu mehr Nachdruck.

Eine Verkehrsüberwachung hatte die Gemeinde angestrebt, aber bisher keinen Anbieter gefunden. "Ich habe keine Musterlösung", sagte der Bürgermeister, "ich bin auch nicht der Dorfsheriff." Den Vorschlag, Schilder mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit 10 km/h aufzustellen, wolle er aufgreifen und mit den zuständigen Stellen besprechen. Außerdem wurde er gebeten, dass sich die Gemeinde Segnitz dafür einsetzt, die Höchstgeschwindigkeit innerorts auf 30 km/h zu begrenzen, auch wenn es sich um eine Staatsstraße handelt. "Wenn viele Kommunen sich hier für eine Änderung im Gesetz einsetzen, kann das vielleicht etwas bewirken", meinte der Anwohner Jürgen Rüster.

Wo entlang führt der Radweg?

Diskussionsbedarf bestand auch bei der Frage, wie künftig der Radweg geführt werden soll: Durch den Ort oder am Main entlang? Bürgermeister Matterne möchte gerne Radtouristen in den Altort locken; einige Segnitzer entgegneten jedoch, dass es dort ohnehin kaum lohnende Ziele gebe. Stattdessen würden auch Radfahrerinnen und -fahrer sich selten an die Schrittgeschwindigkeit halten. Deshalb sollten sie lieber am Main entlangfahren und so die Anwohner schonen.

Immerhin: Zum Teil kommen 60 Radtouristen pro Stunde durch die Gärtnergemeinde, so der Bürgermeister. Bloß entspannt von Segnitz nach Sulzfeld können sie noch nicht fahren; der Radweg lässt immer noch auf sich warten. Eine Lösung mit Ampelschaltung, wie sie beide Bürgermeister befürworten, möchte das Straßenbauamt nicht. Nun heißt es also warten, bis für die Haselmaus, die im geplanten Baugebiet siedelt, eine neue Heimat gefunden ist.

Dorfgemeinschaftshaus im Oktober einweihen

Gut voran schreiten dagegen die Planungen für den zweiten Teil der Dorferneuerung: Beim Rundgang zeigte Peter Matterne auf, wo im Bereich Mainstraße und Brückengasse die Straße saniert wird. In dem Zug werden auch neue Parkplätze entstehen. Die Arbeiten können beginnen, sobald das Amt für ländliche Entwicklung grünes Licht gegeben hat. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass auch für private Maßnahmen grundsätzlich Fördergelder bereitstünden.

Wer also ein Bauprojekt plane, könne sich bei ihm nach Richtlinien und Kontakten erkundigen. Auch die Gemeinde bezuschusst die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude zu einem gewissen Teil. Nach reger Diskussion lud der Bürgermeister noch ein, am 9. Oktober zur Einweihung der Dorfgemeinschaftshauses zu kommen. Nach dem offiziellen Teil am Vormittag können sich die Bürgerinnen und Bürger ihr Haus ganz genau anschauen, sofern die Pandemielage dies zulässt.