Um rechtzeitig vor dem Jahreswechsel noch die Entwässerungssatzung zu ändern, traf sich der Segnitzer Gemeinderat am Mittwoch zu einer Sondersitzung. Alle vier Jahre müssen die Regelungen zur Entwässerung und die damit verbundenen Gebühren neu berechnet werden. Für die Segnitzer Grundstückseigentümer bedeutet die neue Verordnung eine kräftige Erhöhung.

In den vergangenen vier Jahren ist in Sachen Abwasser ein Minus von rund 117 000 Euro aufgelaufen. Wasser und Abwasser müssen in einer Kommune aber immer kostendeckend berechnet werden, deshalb ist nun ein Ausgleich nötig. Gleichzeitig wird die Zusammensetzung der Gebühr geändert. Das Schmutzwasser wird künftig je Kubikmeter abgerechnet, das Niederschlagswasser je Quadratmeter reduzierter Grundstücksfläche.

Die Räte segneten am Mittwoch die von der Verwaltung vorgeschlagenen Erhöhungen einstimmig ab. Damit wird ab dem 1. Januar die Grundgebühr von jährlich zwölf Euro auf 36 Euro erhöht.. Schmutzwasser schlägt künftig mit 3,27 Euro je Kubikmeter zu Buche, das Niederschlagwasser mit 0,23 Euro je Quadratmeter. Das bedeutet im Schnitt eine Erhöhung der Abschlagsgebühren um einen Euro zuzüglich der Grundgebühr.

Bebauungsplan für Schindäcker III

Besprochen wurden am Mittwoch außerdem zwei Anträge von Gemeinderat Dennis Bischof. In dem einen ging es erneut um das Baugebiet Schindäcker III. Hatte er in der letzten Sitzung das Vorantreiben der archäologischen Ausgrabungen gefordert, ging es ihm jetzt darum, Angebote für das Erstellen eines Bebauungsplanes einzuholen.

Laut Verwaltungsleiterin Kerstin Ebert gibt es bereits eine Entwurfsplanung aus dem Jahr 2016. Nach dem Fund von Bodendenkmälern mussten die weiteren Planungen jedoch gestoppt werden. Zunächst müssen die Funde ausgegraben und gesichert werden. Der Auftrag dazu soll möglichst im Januar vergeben werden. Nun stimmten die Räte dem Antrag von Bischof zu und entschieden, dass das zuständige Ingenieurbüro einen qualifizierten Bebauungsplan für das Gebiet erstellen soll.

Für den Altort beantragte Dennis Bischof eine Gestaltungssatzung, um das ländliche Bild im fränkischen Stil zu erhalten. Der Antrag stieß nicht bei allen auf Gegenliebe. So befürchtet Herbert Müller etwa, dass durch zu strenge Vorgaben Bauwerber abgeschreckt werden. Bisher gibt es für den Bereich keinen Bebauungsplan, Neu- und Umbauten müssen sich an der Umgebung orientieren. Für Müller ist das eine völlig ausreichende Vorschrift um allzu moderne Bauweisen zu verhindern.

Bürgermeister Peter Matterne dagegen findet es wichtig, grundlegende Dinge in einer Satzung zu regeln. Kerstin Ebert schlug vor, ein Planungsbüro zu Rate zu ziehen. Am Ende der Beratung könne die Gemeinde immer noch entscheiden, ob eine Satzung erstellt werden soll oder eben nicht. Diesem Vorschlag folgten die meisten Räte, mit zwei Gegenstimmen wurde er angenommen.