Interessante Einzelheiten brachte die Vorstellung eines Verkehrskonzepts für Radfahrer in der Sitzung des Wiesentheider Gemeinderats.

Das Gremium hatte sich vor einigen Monaten dazu entschlossen, die aktuelle Situation im Ort prüfen zu lassen. Zielsetzung ist, dass Radfahren für alle Bürger so attraktiv und sicher ist, dass mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, nannte Thiemo Graf vom Fachbüro i.n.s aus Röthenbach den Kern seiner Untersuchungen. Er berichtete nun von manchen Probleme und Schwachstellen, und stellte Möglichkeiten für Verbesserungen vor.

Straßen als Barrieren

Nahezu den gesamten Ort hat Graf dazu im Vorfeld mit Kollegen vom Fachbüro auf dem Fahrrad erkundet. Sein Fazit: „Es fehlt die logische Führung. Es gibt kein durchgängiges Netz, vor allem die Kreis- und Staatsstraßen sind Barrieren.“ Als sehr schwierig bezeichnete er die Situation etwa in der Bahnhofstraße. Als einen problematischen Punkt bewertete er die Kreuzung zum Industriegebiet an der Firma Möhringer auf. Dort müssten Fußgänger und Radfahrer die Straße in dem für die daneben abbiegenden Fahrzeuge toten Winkel queren. Unklare Wegführung, Konflikte mit Fußgängern sowie Stolperfallen führte er im Verlauf der Bahnhofstraße an.

Tempo 30 innerorts

Um gerade für Kinder, etwa für den Schulweg mit dem Fahrrad, etwas zu tun, müsse man mehr durchgängige Wege schaffen. Für die Sicherheit wäre generell eine Beschränkung auf Tempo 30 im gesamten Ortsbereich gut, riet Graf. Es gelte die Besonderheiten Wiesentheids zu berücksichtigen, etwa die bessere Anbindung von Wohnvierteln, oder die Verbesserung der Hauptachsen Bahnhof- und Schönbornstraße. Möglichkeiten dazu gebe es.

Details folgen noch

Dazu hatten die Fachleute die künftig eventuelle Nutzung der Bahntrasse als Radweg geprüft. Dies würde nur einen Teil der wichtigen Quell- und Zielgebiete erschließen, weitere Wege zur Anbindung und Ergänzung müssten dazu entstehen. Dazu riet der Ingenieur zu weiteren Verbesserungen, wie der Schaffung von richtigen Fahrrad-Abstellplätzen. Wie das aussehen könnte, dazu werde es noch eine detaillierte Ausarbeitung geben.

Die Räte zeigten sich angetan vom Vortrag. Es gebe Potenzial, jedoch auch einiges zu verbessern, meinten Frank Hufnagel und Otto Hünnerkopf.