"Irgendeinen Tod müssen wir sterben", sagte Dritter Bürgermeister Manfred Berger am Donnerstagabend beim Ortstermin des Bau- und Agrarausschusses in Dettelbach-Bahnhof. Die Frage hier: Wie kann ein Radweg durch den Ort bis nach Effeldorf gelegt werden? Die Antwort: Schwierig – und wohl nicht ohne einen "Tod zu sterben" möglich.

Denn die beiden vorgeschlagenen Varianten hatten beide ihre Tücken: Entweder der Ort wird umfahren, dann geht es zwar ohne Querung der Gemeindeverbindungsstraße, ist aber rund 1200 Meter lang. Oder es geht direkt durch Dettelbach Bahnhof, ist kürzer, dann muss aber die Straße irgendwo überquert werden. In beiden Varianten sind größere Baumaßnahmen erforderlich, etwa Verrohrung von Gräben, oder Feldwege müssten befestigt werden.

Ein Gang durch Dettelbach-Bahnhof zeigte schnell: Beide Varianten sind nicht optimal. Der Rückweg zeigte dann aber eine dritte Lösung, ebenfalls entlang der Gemeindeverbindungsstraße, aber dauerhaft auf der rechten Seite und weitgehend auf Gemeindegrund. Dafür soll nun schnellstmöglich eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung erstellt werden. Planungskosten sind im Haushalt 2021 vorgesehen, Baukosten im kommenden Jahr. Eine Entscheidung folgt in einer der nächsten Stadtratssitzungen.

Privilegierung verloren

Nur mal sich ein Bild vor Ort machen, aber noch keine Entscheidung treffen, das war auch das Motto der nächsten Ortstermine am Donnerstag, die beide unter dem Motto Bauen im Außenbereich standen. In Effeldorf ist es eine ehemalig landwirtschaftlich genutzte Halle im Außenbereich, die seit vielen Jahren schon gewerblich genutzt wird, damit ihre Privilegierung verloren hat und eigentlich geschlossen werden müsste. Nach Wunsch einiger Grundeigner im Umfeld sollten Grundstücke entlang des Wegs Am Weiher in den Innenbereich einbezogen werden, was dann auch die Nutzung in der fraglichen Halle genehmigungsfähig machen und gleichzeitig Baugrundstücke ermöglichen würde. Das Landratsamt sieht allerdings lieber einen qualifizierten Bebauungsplan als eine Einbeziehungssatzung für das Gebiet, dessen Kosten die Anlieger übernehmen müssten. Allerdings: Freie Baugrundstücke gibt es in Effeldorf eigentlich genügend.

Ähnlich die Lage in Euerfeld. Auch hier ist ein Gewerbebetrieb über die genehmigten Grenzen in den Außenbereich "hinausgewachsen". Ein 2016 nachgereichter Bauplan für Hallen und Zäune wurde wegen des Außenbereichs nicht genehmigt. Nun liegt der Antrag auf einen Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan vor, dessen Kosten ebenfalls von den Antragstellern zu tragen sind. Südlich davon wollen Grundeigner zudem bauen, zum Teil zumindest auch im Außenbereich, was ebenfalls nur in einem Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan möglich wäre. Ideal natürlich gemeinsam mit dem Gewerbebetrieb, da dann alle Umstände gemeinsam untersucht werden könnten. Aber auch hier gilt: Freie Baugrundstücke gäbe es im Ort eigentlich genügend.

In beiden Fällen traf der Ausschuss keine Entscheidung, erst sollten die Fraktionen über die Lage beraten. Entscheidungen könnten in der nächsten Bauausschusssitzung am 4. März fallen.