Die Errichtung eines Aussichtsturms bei Reupelsdorf erweist sich für die Gemeinde Wiesentheid als schwieriges Vorhaben. Der Gemeinderat beschäftigte sich erneut und wohl nicht zum letzten Mal mit dem Projekt, nachdem Walter Rosentritt (Reupelsdorfer Liste) im Vorfeld den Antrag gestellt hatte.

Der Turm soll als Teil eines Kulturwegs dienen, der künftig um Reupelsdorf herum führt. Als Standort dazu wurde ein Grundstück an der Gemarkungsgrenze in Nähe der Biogasanlage Löb ausgesucht, einem der höchsten Punkte in der Umgebung. Der Weg soll zum Abschluss der Dorferneuerung im September eröffnet werden. Vorerst allerdings wohl ohne den Turm, dafür ist die Zeit zu knapp. Zudem sind dazu noch einige Dinge klären, wie die Sitzung zeigte.

Das Grundstück, auf dem das rund 30 000 Euro teure Bauwerk künftig stehen soll, befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Prichsenstadt, die das Vorhaben jedoch zuletzt abgelehnt hatte. Ein neuer Standort wurde daraufhin ins Spiel gebracht, wieder auf Flur der Nachbargemeinde, aber in Privatbesitz. Der Besitzer wäre mit einem Grundstückstausch einverstanden, hieß es. Auf der vorgesehenen, 20 mal 20 Meter großen Fläche müsste ein Erdhügel aufgeschüttet werden. Auf diesen würde der Turm gebaut, der einen Grundriss von fünf mal fünf Meter hätte.

Turm als Aufwertung und Attraktion

Bei der Beratung im Gremium plädierte Gemeinderat Rosentritt noch einmal leidenschaftlich für den Turm, den er als Aufwertung und Attraktion sieht. Ein solches Bauwerk sei ja nicht das erste in der Umgebung, meinte er und führte die Terroir-F-Aussichtspunkte an, die der Weinbauverband in Unterfranken geschaffen hat.

Rosentritt erinnerte an einen Ratsbeschluss vom Herbst, bei dem einem Bau zugestimmt wurde. Außerdem sagte er, dass Prichsenstadts Bürgermeister Schlehr mit dem neuen Grundstück einverstanden sei. Darüber wunderte sich Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock), der erst kurz vor der Sitzung mit Schlehr über das Ganze gesprochen hatte. Dieser, so Köhler, habe daran erinnert, dass der Beschluss seines Stadtrats immer noch bestehe.

Bürgermeister findet Gerüst nicht schön

Bürgermeister Köhler monierte weiter, dass er das Stahlgerüst für den Turm nicht schön fände. Außerdem koste der Bau vermutlich mehr, weil man aufschütten müsse. Zudem sei wohl ein Statiker nötig der das Ganze prüfe, was wiederum Geld koste. Bei der Debatte führte Harald Rößner (Bürgerblock) an, dass seine Gruppierung in der Angelegenheit "Lage, Optik und Unterhalt nicht so gut" fände.

Andreas Laudenbach (Pro Wiesentheid) erinnerte daran, dass man den Beschluss zum Bau gefasst habe. Details klären und nicht von heute auf morgen entscheiden, riet er. Ratsmitglied Michael Rückel (Bürgerblock) plädierte schließlich dafür, den Punkt wegen der bestehenden Unklarheiten zu vertagen. Dem stimmte das Gremium schließlich zu.