Die 4. Klasse der Grundschule Sommerach besuchte mit ihrer Lehrerin Eva Preißinger das Ausbildungs- und Versuchszentrum am Staatsgut in Schwarzenau. Der Unterrichtsgang wurde durch das Programm "Erlebnis Bauernhof" des Landwirtschaftsministeriums ermöglicht. Dabei sollen Schüler Eindrücke über die moderne Landwirtschaft erhalten.

Zunächst begrüßte Lehrgangsleiter Johannes Schuler die Kinder und führte sie in den Lehrsaal. Dort wartete schon ein zweites Frühstück mit Wiener Würstchen und Getränken auf die Gruppe. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Schweine sowohl Rohstoffe für die beliebten Gummibärchen als auch für Hautcremes, Lippenstifte, Schuhe, Bürsten und vieles mehr liefern. Herr Schuler informierte die Gruppe auch über das Leben der Schweine und den Umgang des Landwirts mit ihnen. Sehr beeindruckt hat die Aussage, dass ein Landwirt jeden Tag jedes seiner bis zu 3000 Tiere gesehen haben muss, damit er versichert sein kann, dass es ihnen gut geht.

Nach der theoretischen Einführung war es dann so weit. Die Kinder hatten großen Spaß dabei, sich die Einweganzüge anzuziehen, die aus hygienischen Gründen beim Stallbesuch getragen werden müssen. An den Geruch hatten sich die Besucher schnell gewöhnt, brannten sie doch darauf, endlich die Schweine zu sehen. Ganz zaghaft berührten die Schüler zum ersten Mal ein Schwein und waren dann später beim Hochheben eines Ferkels erstaunt, welche Körperwärme es ausstrahlte. Lehrgangsleiter Schuler ließ die Kinder ausrechnen, welche Futtermenge ein Schwein fressen muss, damit bei uns ein 200 Gramm schweres Schnitzel auf dem Teller liegt. Es sind 600 Gramm. Die Schlachtreife ist nach einem halben Jahr erreicht. Die Kinder waren erstaunt, dass alle Tiere ausschließlich zum Verzehr bestimmt sind. Außerdem erfuhren die Schüler, dass den Schweinen in den Ställen ständig Knabberzeug zur Beschäftigung angeboten wird. Die neuen Ställe sind mit Stroh eingestreut und bieten mehr Platz.

Anders als es das Schimpfwort ahnen lässt, sind Schweine im Stall reinliche Tiere. Die Kinder zeigten sich auch von der Größe und den markanten Zähnen des Ebers beeindruckt.

Konstantin Röther, in Schwarzenau für die Außenwirtschaft verantwortlich, zeigte der Gruppe verschiedenes Futter und ließ die Kinder mit allen Sinnen erfahren, was ein Schwein frisst. Neben den bekannten Getreidearten Weizen und Roggen sind dies u.a. Lupinen, Erbsen, Soja und Rapskuchen, der beim Pressen von Rapsöl übrig bleibt und ein hochwertiges Eiweißfutter für die Schweine darstellt.

Was wäre ein Bauernhof ohne große Maschinen? So war für viele Kinder der Höhepunkt, einmal auf einem Traktor zu sitzen, der mit 250 PS und moderner GPS-Steuerung bei der Feldbestellung und damit Futterbeschaffung hilft.

Von: Eva Preißinger (Lehrerin, Grundschule Sommerach)