Paukenschlag bei der Winzergemeinschaft Franken: Seit dem 1. November gehen die GWF und ihr langjähriger geschäftsführender Vorstand Michael Schweinberger getrennte Wege.

„Wir haben uns im Einvernehmen auf diese Entscheidung geeinigt, da unterschiedliche Vorstellungen zur Zukunft der GWF existieren“, teilen beide Seiten in einer Presseerklärung mit. 2013 hatte die GWF ihren Umsatz laut der Im Juni diesen Jahres vorgelegten Bilanz um fast zwölf Prozent auf 37,5 Millionen Euro (2012: 33,5 Mio) gesteigert, aber ein negatives Betriebsergebnis von knapp 600 000 Euro verbucht.

Der gebürtige Allgäuer Schweinberger hatte 2005 die Geschäftsleitung der Genossenschaft mit derzeit 128 Mitarbeitern und 1600 aktiven Mitgliedern übernommen. In den knapp zehn Jahren hat er der GWF ein neues Image verliehen, den Winzern zu einer besseren Auszahlung verholfen und dem Frankenwein neue Impulse gegeben. Auch in überregionalen Gremien und Arbeitskreisen, auf Verbandsebene und im Deutschen Weininstitut hat er sich für den Bocksbeutel stark gemacht.

Schweinbergers Verdienste betont auch Frank Ulsamer, Chef des 16 Mitglieder starken Aufsichtsrates. „Wir haben ihm viel zu verdanken, er hat die Außenwirkung der GWF nachhaltig verbessert.“ Nach fast zehn Jahren sei es aber ähnlich wie in einer Ehe gewesen, man habe sich „auseinandergelebt.“ Letztlich sei es bei der Entscheidung des Aufsichtsrates auch um arbeitsvertragliche Fristen gegangen. „Sie werden verstehen, dass ich dazu nichts sagen kann und will.“

Andreas Oehm, der vorübergehend die Geschäfte weiterführt, stellte auf Nachfrage stellt klar, dass sich Schweinberger keineswegs etwas hat zu Schulden kommen lassen. „Um Himmels Willen, nein.“ Vor zwei, drei Monaten hätte Oehm gedacht: das läuft glatt weiter. „Und deshalb gab es auch keinen Anlass, nach einem Nachfolger zu suchen.“

Der soll nun möglichst schnell gefunden werden, wie auch Aufsichtsratschef Ulsamer betont. Michael Schweinberger war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.