So viele Zuhörer waren schon Monate nicht mehr in einer Schwarzacher Gemeinderatssitzung. Die meisten der rund 30 Frauen und Männer waren gekommen, weil ihnen der Campingplatz in Schwarzenau den bisher freien Zugang zum Main mit einer Absperrung verwehrt. Erstmals tagte das Gremium seit Beginn der Corona-Pandemie wieder im Langhaus. 

Bürgermeister Volker Schmitt informierte über die Situation. Einen Fußweg, der von der Schranke neben dem Campingplatz zum Mainufer führt, haben die Campingplatzbetreiber mit Absperrgittern zugemacht. Sie stellten einen Antrag bei der Gemeinde, den Fußgängerweg von der Mainstraße zum Main im Bereich der Schranke zu schließen. Schmitt verwies auf den bestehenden Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Campingplatz, in dem der freie Zugang zum Fluss festgehalten ist.

Im weiteren Vorgehen waren sich die Ratsmitglieder nach ausführlichen Diskussionen einig: Der Antrag des Campingplatzes wird abgelehnt. Beide Parteien müssen sich an den bestehenden Pachtvertrag halten, so die klare Aussage in dem Beschluss. Der freie Zugang zum Main bleibt den Schwarzenauern also erhalten. Gleichwohl begaben sich die Räte auf die Suche nach Lösungen, denn auch die Argumente der Campingplatzinhaber waren verständlich. Sie monierten unberechtigtes Betreten des Campingplatzes, das Benutzen der Toiletten durch Unbefugte, Diebstähle und Polizeieinsätze. Auf Antrag von Johanna Sendner soll möglichst im Rahmen der Dorferneuerung ein neuer Zugang zum Mainufer geschaffen werden. Zuvor hatte sich Maria Fieber einen runden Tisch gewünscht, um eventuell eine Kompromisslösung zu finden.

Geglättete Wogen und Schelte

"Die Wogen sind geglättet", sagte das Gemeindeoberhaupt zum Parkärger an den Arztpraxen in Stadtschwarzach. Dort hatte die Gemeinde am Straßenrand Findlinge aufgestellt, um die Gefahren an der Einmündung der Albrecht-Dürer-Straße in die Hörblacher Straße zu minimieren. Weil Parkplätze für ihre Patienten verloren gingen, ärgerten sich die beiden Allgemeinärzte und beschwerten sich bei der Gemeinde. Bürgermeister Schmitt suchte nun erfolgreich das Gespräch und ließ die Findlinge entfernen, um nach Alternativen zu suchen. Der Alleingang des Ortschefs stieß Maria Fieber und Max Hegler sauer auf. Sie hätten sich gewünscht, dass der Gemeinderat mit entscheidet. Schmitts Antwort: "Das nehme ich auf meine Kappe." Gegen die Stimme von Hegler hob das Gremium den alten Findlingsbeschluss auf.

Der Umzug der Schulkinder aus den provisorischen Containern in das nagelneue Schulhaus verzögert sich. Er findet erst in den Herbstferien statt. Der Bauhof erhält einen Waschplatz mit Leichtflüssigkeitsabscheider. Der Auftrag ging an die Firma Newo-Bau Theres-Horhausen zum Preis von 146.107 Euro. Bestätigt haben die Mitglieder des Gemeinderats die Wahl der Kommandanten der Feuerwehr Münsterschwarzach. Chef bleibt Thomas Memmel, sein Stellvertreter ist Dominik Freibott.