Am 16. März 2021 jährt sich der Luftangriff auf Würzburg im Jahre 1945 . An diesem Tag werden um 21.20 Uhr für 20 Minuten alle Glocken in Würzburg läuten. Bei der Bombardierung wurden annähernd 90 Prozent der Innenstadt zerstört oder beschädigt. Rund 5000 Menschen kamen ums Leben. Dr. Anton Brimer aus Schwarzach lebte zu dieser Zeit in Würzburg und berichtet in seinem Buch "Wir haben es erlebt. 1936-1949, Würzburg" über seine Erfahrungen. Den Angriff hat er zwar nicht hautnah miterlebt, da seine Familie und er evakuiert wurde, jedoch musste er wenig später auf den Trümmern seines Hauses stehen. 

Der 1931 in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) geborene Brimer hat den gesamten zweiten Weltkrieg durchlebt. 1936 zog er mit seinen Eltern nach Würzburg und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Trotz der einschneidenden Erlebnisse während der Herrschaft der NS-Regierung fällt die Vita von Brimer umfangreich aus: Er ist Vater einer großen Familie, als ehemaliger Direktor des Gemündener Amtsgerichts (Lkr. Main-Spessart) war er beruflich in leitender Funktion in der Bayerischen Justiz tätig und engagierte sich in verschiedenen Gremien. Als Stadtrat von Gemünden übernahm er politische Verantwortung auch auf kommunaler Ebene.

Was veranlasst einen Menschen, nach Jahrzehnten seine Jugenderinnerungen niederzuschreiben? Es lag nicht in der Absicht von Brimer, zu den Großen der Literatur in Konkurrenz zu treten. Ursprünglich seien Brimers Zeilen nur für die engere Familie bestimmt gewesen. Es benötigte etwas Zusprache, um den Autor von der Veröffentlichung zu überzeugen. Auf 112 Seiten erzählt er über sein Leben und gibt einen umfassenden Einblick in die Zeit zwischen 1936 und 1945. Heute lebt der Autor bei seiner Schwiegertochter in Schwarzach. Dort verfasste er auch das vom Röll Verlag publizierte Buch.

"Wir haben es erlebt. 1936-1949, Würzburg" ist unter der ISBN-Nummer 978-3-89754-592-2 erhältlich.