Ein ungewöhnliches Projekt zog die Klasse 9 a der Rudolf-von-Scherenberg-Mittelschule in Dettelbach über mehrere Tage durch. Die Schüler restaurierten die alten Zunftwappen des Rüdenhäuser Zunftbaums. „Irgendwann zeigte uns Herr Sinn so ein altes Bild und fragte, ob wir so etwas malen können“, erinnert sich eine Schülerin. Mit dem „Ja“ der Klasse wurde die Projektidee akzeptiert.

Das Klassenzimmer füllte sich mit zwölf Wappen historischer Berufe. Die alten Farben waren stark ausgeblichen und mussten abgeschmirgelt werden. Der Werkraum hüllte sich daraufhin in eine Staubwolke. Teilweise wurden schadhafte Stellen mit Glasfasergebe ausgebessert und nachgebildet. Drei Wappen wurden komplett neu ausgesägt. Unterstützt wurde die Klasse von ihrer Kunstlehrkraft Frau Heft. Nachdem nur wenige Farben als Basis vorhanden waren, wurde fleißig ausprobiert, gemischt und getüftelt, was dem Original am nächsten kommt.

Viele Fächer des Unterrichtsalltags flossen in das Projekt mit ein. So mussten die Schüler im Rahmen des AWT-Unterrichts den Beruf „ihres“ Wappens recherchieren und beschreiben. Ausgestorbene Handwerkszweige wie die des Seilers, Büttners, Häfners oder Glasers wurden so plötzlich greifbar. Im Fach Deutsch wurden Tätigkeitsberichte geschrieben, eine gute Übung für den bevorstehenden Quali. 

Klassensprecherin Nina drückte das so aus: „Trotz Zeitdruck und Anstrengung hat das Projekt viel Spaß gemacht und wir haben einiges gelernt.“ Lucas schloss sich dem an. Er fand es besonders toll, dass hier etwas bearbeitet wurde, was jeder sehen kann und das über eine sehr lange Zeit. Insgesamt investierte die Klasse rund 80 Stunden in ihre Projektarbeit, einige Pinsel, viel Zeitungspapier und das ein oder andere T-Shirt.