„Da sind wir ja unter den zehn Besten.“ Nordheims stellvertretender Bürgermeister Waldemar Braun äußerte diese Bemerkung am Montagabend in der Ratssitzung bei der Verabschiedung des Haushaltes. Gemeint war die Pro-Kopf-Verschuldung, die auf 209 Euro sinken soll. Zum Jahresbeginn lag sie noch bei 571 Euro.

Aus den Rücklagen werden 610 000 Euro entnommen und außerdem ist der Haushalt auf Sparflamme ausgelegt. „So wie es aussieht, brauchen wir in diesem Jahr nicht so viel Geld“, bemerkte Bürgermeister Guido Braun. Man habe in den vergangenen Jahren gut investiert und daher sei ein Schuldenabbau möglich.

In Beisein von Kämmerer Werner Hübner wurde das Investitionsprogramm der Gemeinde erläutert. Als wichtigste Maßnahmen wurden der Gemeindezuschuss für die Sanierung des Pfarrhauses in Höhe von 50 000 Euro, die Bauarbeiten am Festplatz und Wohnmobilstellplatz (50 000) und die Pflastersanierung in der Langgasse (50 000) genannt.

„Bei unserem Gemeinde-Jubiläum 2018 brauchen wir keine Baustellen.“
Dietmar Rohmfeld, Gemeinderatsmitglied

Zu notwendigen Arbeiten in anderen Straßen der Gemeinde merkte Ratsmitglied Dietmar Rohmfeld an, dass man in Hinblick auf die Feier zum 1100-jährigen Bestehen der Gemeinde Nordheim schon jetzt planen und im nächsten Jahr die Bauvorhaben umsetzen müsse. „Bei unserem Gemeinde- Jubiläum 2018 brauchen wir keine Baustellen“, sagte Rohmfeld. Für ihn nicht ganz nachvollziehbar ist auch die Tatsache, dass man bei der Fähre trotz Gebührenerhebung nicht aus den roten Zahlen komme. Kämmerer Hübner verwies hierbei auf Investitionen wie den Motor, die zwei Standardheizungen und die Anschaffung von Schranken.

Zum Haushalt 2015: Das Gesamtvolumen beträgt 2 990 870 Euro. Davon entfallen 1 860 770 auf den Verwaltungs- und 1 130 100 Euro auf den Vermögenshaushalt. Zum Ausgleich ist keine Kreditaufnahme erforderlich, berichtete der Bürgermeister. Unverändert bleiben die Steuerhebesätze, die bei der Grundsteuer A und B 350 und bei der Gewerbesteuer 380 Prozentpunkte betragen. Wichtige Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind der Einkommensteueranteil (379 800 Euro), die Schlüsselzuweisungen (309 300), die Benutzungsgebühren für die Fähre (164 000) oder etwa die Entwässerungsgebühren (159 800).

Dem gegenüber stehen Ausgaben für Personalkosten (332 400), für die Kreisumlage (329 700), die Zuführung zum Vermögenshaushalt (189 800) oder die Zuschüsse für soziale Einrichtungen (170 500). Im Vermögenshaushalt ist die Entnahme aus der Rücklage mit 610 000 Euro der dickste Brocken. Größere Ausgaben sind für Tiefbauarbeiten vorgesehen (176 000 Euro).