„Franken hat die Chance, einen Nationalpark im Nordsteigerwald zu errichten. Das rund 800 Hektar große Areal des Hohen Buchenen Waldes könnte die Keimzelle dafür bilden“. Mit diesen Worten begrüßte Benedikt Schmitt, Vorsitzender des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald die Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) Volkach in der Steigerwald-Gemeinde Geusfeld, heißt es in einer Pressemitteilung des BN.

Für den Hohen Buchenen Wald im Ebracher Forst hat kürzlich die Regierung von Oberfranken den Schutzstatus aufgehoben, da er kein Landschaftsbestandteil im Sinn des Bayerischen Naturschutzgesetzes sei. Dagegen will der BN gerichtlich vorgehen.

Schmitt zeigte seinen Gästen, wie ein heimischer Buchenwald aussieht, der noch nicht engmaschig von Holzrückegassen durchzogen ist und noch nicht auf die Bewirtschaftung mit schweren Maschinen vorbereitet wurde. Dicke Buchen im Alter von etwa 140 Jahren, die in einem Wirtschaftswald kurz vor dem Einschlag stünden, begeisterten die Besucher.

Willi Freibott, Vorsitzender des BN Volkach ist überzeugt, dass dieses Stück des Staatswaldes geeignet ist, einen Nationalpark zu beheimaten, auf den vier Millionen Ober-, Unter,- und Mittelfranken stolz sein könnten. Außerdem komme man dem Ziel der Bundesregierung und der Länder einen Schritt näher, einen Anteil von fünf Prozent der Waldfläche in Deutschland der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Ferner würde man den Artenschutzreport 2015 der wissenschaftlichen Behörde „Bundesamt für Naturschutz“ ernst nehmen. Danach ist das „Vorhandensein nutzungsfreier Wälder unabdingbar, um das gesamte Spektrum der Artenvielfalt zu erreichen“. Der Anteil nutzungsfreier Wälder sei weiter zu erhöhen.

Schmitt sieht laut Mitteilung des BN Volkach in einem Nationalpark und Weltnaturerbe nicht nur Vorteile für die heimische Ökologie, sondern auch einen Impulsgeber für die gesamte Region Franken. So könnten die Kulturzentren Bamberg, Würzburg und Nürnberg in Verbindung mit dem Weinland an der Mainschleife und der Attraktivität der Natur eines Nationalparks eine wirtschaftliche Magnetwirkung entfalten. Positive Folgen könnten sein: Aufwertung der Region, Schaffung von Arbeitsplätzen, Aufhalten des ländlichen Schrumpfungsprozesses durch Abwanderung der Jugend, Stärkung des Fremdenverkehrs und der davon profitierender Branchen.

Die Gäste waren sich einig, dass alles getan werden muss, den Hohen Buchenen Wald wieder zum geschützten Landschaftsbestandteil zu machen und die Chancen für einen Nationalpark zu gewährleisten.