Jedes Jahr Anfang November feiern die Waidleute ihren Schutzpatron der Jagd, den heiligen Hubertus mit einer Messe. Am 3. November ist der Gedenktag des Heiligen.

Auch die Kreisgruppe Kitzingen des Bayerischen Jagdverbandes hält an der Tradition der Hubertusmesse fest. Am Sonntagabend hatten die Jäger in die katholische Pfarrkirche St. Burkhard nach Geiselwind zu dieser besonderen Messe eingeladen, die die „Schweinfurter Parforcehornbläser“ unter Leitung von Reiner Kloss musikalisch gestalteten. Jagdhornsignale zum Einzug von Pfarrer Joseph Kollathuparampil spielte die Bläsergruppe Kitzingen.

Die Legende um den Heiligen

Beten für Gottes Hilfe bei ihrem Dienst, das sei der Hintergrund dieses Gottesdienstes, so Pfarrer Kollathuparampil. Über das Leben des Heiligen (656-727) berichtete Diakon Hans Scherbaum. Wenig historisch Belegtes sei von Hubertus überliefert. Doch die Legende, die letztendlich den Adeligen dazu brachte, sich dem Glauben zuzuwenden und sogar im Jahr 705 zum Bischoff von Lüttich berufen zu werden, ist recht bekannt. Nach dem Tod seiner jungen Ehefrau habe sich der Adelige einem ausschweifenden Jagdleben gewidmet – sogar am Karfreitag. Da erschien ihm ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih, was ihn zur Besinnung kommen ließ.

Die Jagd sei mehr als ein Schuss, so der Diakon. Es gehe vor allem um die Hege und Pflege. Aufgabe des Jägers sei es, die Natur und die Wildtiere zu schützen. Gott möge helfen, diesen Auftrag zu erfüllen.

Unter die Haut ging den Gottesdienstbesuchern der Klang der 16 Parforcehorn-Bläser und die Stücke der traditionellen Hubertusmesse, die ihren Ursprung im 19. Jahrhunderts hat. Der gewaltige Klang des großen, gewundenen Parforcehorns wurde durch die Akustik der Kirche noch verstärkt. Um eine gute Tonstimmung im Ensemble zu erzeugen braucht es ein feines Gehör, was den Schweinfurtern mit ihrem Leiter Reiner Kloss gut gelang. Die Stücke der Messe zum Kyrie, Gloria oder Choral waren geprägt von schmetternden Jagdsignalen – jubelnd, manchmal aber auch getragen und feierlich.

Standkonzert der Kitzinger Bläser

Mit in die Verehrung Gottes durfte die Gemeinde gesanglich einstimmen bei den Chorälen „Nun danket all und bringet Ehr“, dem „Heilig, heilig“ oder dem „Großen Gott wir loben dich“ zum Ende der Messe.

Nach der Messe unterhielt die Jagdhorn-Bläsergruppe Kitzingen unter Leitung von Sebastian Fleischmann die Zuhörer. Während eines Standkonzertes schickten die Kitzinger Bläser schmetternde Jagdsignale und festliche Märsche in die kalte Nacht.