Das gesellige Leben kocht wegen den Beschränkungen in Folge der Corona-Pandemie seit Monaten auf Sparflamme. Weder Tausende Schaulustige bei der Etwashäuser Kerm, noch Tausende Partygänger in Kirchweihfestzelten sind möglich. Obendrein formierte sich nirgendwo eine Bürgerwehr zu einem Bürgerauszug. Doch wie diese Redaktion recherchiert hat, gab es einige Lichtblicke im Landkreis Kitzingen durch einige Häuflein von Aufrechten.

In den meisten Orten spielten sich die Kirchweihtage hauptsächlich in den Gastwirtschaften ab, weil Vereine entweder die Auflagen nicht erfüllen konnten, oder das Risiko zu hoch erschien. Die Markt Einersheimer ließen sich nicht entmutigen und Bürgermeister Herbert Volkamer freute sich, dass der Sportverein an zwei Abenden die Markt Einersheimer Musikanten und die Alten Altmannshäuser zu Standkonzerten eingeladen hatte und dazu die Bürger unter Auflagen bewirtete.

"Wir wollten einfach, dass zumindest etwas passiert an der Kirchweih", begründete Sportvereinsvorsitzender Thomas Volkamer das Engagement seines Vereins. Dekan Ivo Huber feierte mit den Einersheimern den gut besuchten Kirchweihgottesdienst am Sportgelände und die Historische Burschenschaft vollzog zumindest intern einen Mini-Auszug.

Die Hüttenheimer Kirchweihburschen bestritten unter Einhaltung des Hygienekonzeptes den Umzug mit sechs Themenwagen und dem Musikwagen, und die Kirchweihprediger Michael Stich und Noah Helbig berichteten über Themen, etwa einen abgefackelten Komposthaufen, ein erst im dritten Anlauf geglücktes Abschleppen von Winterhausen nach Hüttenheim oder eine Malheur mit dem Wohnmobil. Die Ausgrabung begossen die Burschen intern und die Stimmung war trotz Corona recht gut.

In Rödelsee gab die Winzerkapelle im Rahmen des Aufstellens der Kirchweihbäumle durch die Burschenschaft ein Standkonzert. "Ich habe mich sehr gefreut, dass so noch die Tradition gewahrt werden konnte und wir zumindest das Aufstellen der Kirchweihbäumle erlebt haben", sagte Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein. "Das 'Bärchermässder-Derbleckn' vor dem Rathaus hat richtig Spaß gemacht", meinte das Ortsoberhaupt über die Reime von Kirchweihprediger Lars Chrischilles.

Laura Kreßmann vom Tourismusbüro hatte mit Josef Laudenbach ein großes Alternativprogramm zur Wiesentheider Kirchweih konzipiert. "Ich meine, dass die Mitarbeiter unserer Verwaltung und der Kulturausschuss einen guten Kompromiss gefunden haben", kommentierte der neue Bürgermeister Klaus Köhler das umfangreiche Programm über fünf Tage hinweg: Kirchessen in der Gastronomie, Führungen in der Kirche oder im Schlosspark, die Vorführung des Kirchweihgottesdienstes, ein Kinderprogramm, Musikkonzerte und Ausstellungen sowie eine Genuss-Tour.

Die Rüdenhäuser mussten nicht auf die Kirchweihpredigt von Sebastian Paul verzichten und die Burschenschaft mit ihrem Vorsitzenden Stefan Steinberger ließ es sich auch nicht nehmen, im kleinen Kreis einen Miniaturauszug zu absolvieren.

Nahezu nichts geht in diesem Jahr Mitte Oktober in Kitzingens Gärtnervorstadt Etwashausen. Außer den Gärtnergottesdienst findet dort nichts statt. Da sieht es im benachbarten Stadtteil Sickershausen etwas anders aus. Im Storchenbrünnle-Dorf hat Thomas Beer seine ausgiebige Kirchweihpredigt längst verfasst und will sie am 10. Oktober am Sportplatz zum Besten geben. Die Predigt ist auch als Kirchweihzeitung erhältlich, am Sonntagmorgen wird der Kirchweihgottesdienst gefeiert und die Geometer haben sich intern etwas ausgedacht, was sie im Internet streamen wollen.