Dass sich die Escherndorfer Weinfesthalle, in der normalerweise Stimmungsmusik regiert, für ein Sinfoniekonzert eignet, hatten Skeptiker nicht erwartet. Als das United Philharmonic Orchestra Bucharest am Samstagabend seine Streicher und Bläser erklingen ließ, wurden die Zweifler schnell eines Besseren belehrt.

Musikfreunde begeistert

Die Winzerhalle mit ihrer rustikalen Einrichtung bot einen großartigen Rahmen für einen unvergesslichen Konzertabend. Über 120 Musikfreunde waren begeistert von den klassischen Darbietungen des sinfonischen Orchesters unter der Leitung von David Scharmacher.

„Von Wasser und Heroen“ lautete der Titel des doppelten Finales. Einerseits war das Konzert der gelungene Abschluss des Vinotonale-Festivals an der Mainschleife, andererseits der Schlussakkord der Kitzinger Kulturzeichen 2017.

Die besten Musiker vereint

Das United Philharmonic Orchestra Bucharest, in dem die besten Musiker des Balkans vereint sind, spielte Werke von Georg Friedrich Händel „Wassermusik“ und Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 „Eroica“. Sanft brachten Geigen und Cello bei Georg Friedrich Händels Ouvertüre den Fluss des Lebens in Bewegung. Zwei Waldhörner, Fagott und Oboe sorgten für vehemente Wasserstrudel. Das Auditorium merkte schnell: Hier sind Profis am Werk, die ihr „Handwerkszeug“ nach allen Regeln der Kunst beherrschen.

Der Höhepunkt

Den Höhepunkt des Abends bildete die dritte Sinfonie von Beethoven. Schon die drei brachialen Anfangsakkorde des ersten Satzes zogen das Publikum in ihren Bann. Und diese Spannung blieb bis zum letzten Ton. Geschuldet war dies der überaus emotionsgeladenen Interpretation Scharmachers, der das Bukarester Spitzenensemble zu Höchstleistungen trieb. Manchem im lange applaudierenden Publikum fehlte im Anschluss eine Zugabe. Wohlweißlich verzichtete jedoch das Orchester darauf, denn ein Nachschlag hätte die Magie dieses 55-minütigen musikalischen Meisterwerks aufgelöst.

Überhaupt war es ein Abend der Klänge und weniger der Worte. So fassten sich Thomas Römmelt vom Escherndorfer Weinherbst-Team und die Vinotonale-Macher Jennifer Wittmann-Müller (Opernsängerin aus Volkach) und David Scharmacher (befreundeter Dirigent) bei der Begrüßung recht kurz. Sie brachten ihre Freude über das Interesse der anwesenden Gäste an klassischer Musik zum Ausdruck.

Den Bogen gespannt

Landrätin Tamara Bischof, die Schirmherrin der Veranstaltung, sagte in ihrem Grußwort, dass das Sinfoniekonzert einen „hervorragenden Bogen zwischen den Kulturarten spannt“. Bei den Kulturzeichen Kitzinger Land seien die unterschiedlichsten Genres vertreten gewesen, von modern und außergewöhnlich bis klassisch. Alle Veranstaltungen im Zeichen des Wassers hätten so ein breites Publikum angesprochen.

Zum zweiten Mal

Das Vinotonale-Festival an der Mainschleife fand heuer zum zweiten Mal statt. 2016 waren die Villa Sommerach, der Winzerkeller Sommerach und die Divino Nordheim Schauplätze für die reizvollen Konzerte. In diesem Jahr traf man sich in der Kartause Astheim, im Weingutshof Leo Langer, auf Schloss Hallburg und zuletzt in der Weinfesthalle Escherndorf.