"Wir hätten Ihnen gern bessere Nachrichten mitgebracht." Mit diesen Worten eröffnete Klaus Behr vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen in der Volkacher Stadtratssitzung seinen gut halbstündigen Vortrag zum Jahresbetriebsplan über den Stadtwald. In der Tat präsentierte Förster Andreas Hiller Zahlen, die im Grunde genommen kein Ratsmitglied hören wollte, obwohl jeder wusste, was kommen würde: Es geht bergab mit dem "Distrikt Röhrig" zwischen Dimbach und Eichfeld. Der Grund ist derselbe, mit dem praktisch jeder Förster in ganz Deutschland zu kämpfen hat, nämlich die vergangenen sehr trockenen und phasenweise sehr heißen Sommermonate.

Was zur Folge hat, dass der Waldboden einfach zu trocken ist, wie Hiller anhand von Zahlen belegte. 560 Liter Regen pro Quadratmeter mögen sich im ersten Moment sehr gut anhören. Verteilt übers Jahr jedoch bedeutet das, "dass der Boden schon in den obersten Schichten sehr trocken ist, und man wundert sich schon, warum die Bäume dann immer noch so grün sind".

Auch das relativiert sich auf einen genaueren Blick auf andere Zahlen, nämlich die Hiebzahlen. Geschlagen wurde in den vergangenen zwei Jahren lediglich Schadholz, das zum einen der Sturm Fabienne im September 2018 mit Folgeschäden bis weit in 2019 hinein verursacht hatte, zum anderen vertrockneten viele Bäume angesichts vieler heißer Tage (teils über 40 Grad Hitze) ganz einfach. Das sei idealer Nährboden für einen Pilz, der anders als viele seiner Artgenossen Trockenheit braucht, um die Bäume mit Mehltau zu überziehen. Es musste sehr viel Schadholz geschlagen werden, so Hiller, hinzu komme noch die Verkehrssicherheit für die Waldränder, die Trasse der Mainschleifenbahn und den Waldkindergarten.

Noch leichtes Plus

Es ging weiter mit den Zahlen, dieses Mal mit dem Ertrag des Waldes. Der bringt für das laufende Jahr immerhin noch ein leichtes Plus von etwa 3300 Euro ein (O-Ton Hiller: "Ohne Gewähr"), was angesichts der Tiefstpreise für Holz schon wie ein kleines Wunder anmutet. Dies werde sich, wenn 2021 so verläuft wie geplant, ins Gegenteil verwandeln: fast minus 18 000 Euro. Und das sei auch nichts anderes als das berühmte "Pi mal Daumen", sprich eine sehr grobe Schätzung. Grund sei unter anderem die Aufforstung, die mit etwa 33 000 Euro zu Buche schlagen wird, und das bei einer nicht überragenden Holzqualität.

Insgesamt lasse sich Holz aktuell einfach schlecht vermarkten, so Behr. Die Idee von Andrea Rauch, das Schadholz für den Pelletsmarkt aufzubereiten und verkaufen zu lassen, fand bei Behr wenig Zustimmung. "Auch da sind die Preise momentan im Keller, eben weil es deutschlandweit so viel Schadholz gibt. Außerdem sitzen wir in Deutschland auf Bergen von Pellets, wegen des Preisverfalls."

Breit gefächerte Aufforstung

Das Motto des Abends mit dem eigentlichen Thema der Wirtschaftlichkeit des Waldes fasste Behr sehr passend zusammen: "Wir sind, was den Holzabsatz angeht, mit unserem Latein am Ende." Das Einzige, was in der Zukunft helfen kann, wäre eine breit gefächerte Aufforstung, wie sie Hiller anpeilt. 11 000 Pflanzen will er einsetzen, aufgeteilt in zwölf Baumarten, die mit trockenem Klima gut zurechtkommen, etwa die Roteiche oder die Esskastanie. "Das gibt dann einen stabilen Wald", sagte er. Mit 16:0 stimmte der Rat sowohl dem Wirtschaftsplan 2020 als auch dem Betriebsplan für 2021 zu.