Die Zeit ist im Fall des Falles nach wie vor der entscheidende Faktor. Zeigen sich die typischen Symptome für einen Schlaganfall wie plötzliche meist schmerzhafte Lähmungserscheinungen, Sprach- und/oder Sehstörungen oder Taubheitsgefühle, heißt es sofort die 112 wählen und so schnell wie möglich in die Klinik.

Zum dritten Mal in Kitzingen

Das war eine der Botschaften, die am Mittwoch am Platz der Partnerstädte in Kitzingen immer wieder zu hören war. Dort hatte für sechs Stunden der rote Schlaganfall-Infobus Station gemacht. „Wir sind zum dritten Mal in Kitzingen“, sagte Michaela Pirl von der Firma Boehringer-Ingelheim. Das Pharmaunternehmen hat die bundesweite Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“ vor Jahren ins Leben gerufen. Derzeit ist der Doppeldecker-Infobus wieder in 80 Städten der Republik unterwegs. Diesmal mit dem Schwerpunktthema Schlaganfall und Diabetes. Das hat seinen Grund: Alle zehn Minuten ereignet sich ein neuer Schlaganfall aufgrund von Diabetes, erklärten die Experten vor Ort.

Spezialteam für Schlaganfallpatienten

Dass der Bus wieder in Kitzingen hält, hat auch mit der Qualität der Klinik Kitzinger Land in diesem Bereich zu tun. Dort erfolgt die Versorgung von akuten Schlaganfällen durch ein spezialisiertes Team unter Leitung eines Neurologen auf einer speziellen Schlaganfall-Einheit. Die ist, um eine optimale Versorgung dieser Patienten zu ermöglichen, auf der Intensiv-Station untergebracht und ist mit weiteren Kliniken in Nordbayern gut vernetzt.

Auch die Spezialisten aus dieser Abteilung standen beim Schlagfallbus Rede und Antwort. Daneben präsentierten sich Selbsthilfegruppen und auch die Praxis kam nicht zu kurz. Durch Messungen von Blutdruck und Blutzucker hatte jeder die Möglichkeit, sich über seinen Gesundheitszustand und sein persönliches Risiko zu informieren. Zudem gab es umfangreiches und kostenloses Informationsmaterial. Und es gab auch die Möglichkeit, mit dem Deutschen Diabetes Risiko-Test das eigenen Diabetesrisiko exakt zu berechnen.

Das Interesse am Bus gleich neben dem Landratsamt war groß. Auch wenn das eher durchwachsene Wetter dafür sorgte, dass sich der Ansturm in Grenzen hielt. Was aber nach den Worten von Dr. Christian Loos seine Vorteile hatte. „Wir haben mehr Zeit, auf die vielen und meist gezielten Fragen einzugehen“, sagte der Neurologe.

Die Fragen drehten sich sich allererster Linie um die Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen von Schlaganfall und Diabetes. Und natürlich um die am Anfang beantwortete Frage: Was sind die typischen Symptome? Am Bus blieb keine Frage unbeantwortet.