Heiß war's beim traditionellen Treffen der Senioren am Dienstag zwischen den beiden Weinfest-Wochenenden in Castell. Trotzdem lockte die Veranstaltung, zu der der CSU-Kreisverband die älteren Menschen des Landkreises eingeladen hatte, rund 500 Gäste. Begehrt, und letztlich auch besetzt, waren dabei vor allem die Plätze im Schatten, unter den großen Bäumen am Festplatz.

Dort ließ es sich gut zuhören, was die Politiker, wie die Kandidatin für den Bundestag, Anja Weisgerber, oder Kreisvorsitzender Otto Hünnerkopf, zu sagen hatten. Zwischendurch sangen die Senioren eifrig Volkslieder, angestimmt und begleitet von den „Gernerts Buam“ aus Albertshofen. „Wenn alle Brünnlein fließen“, „Wahre Freundschaft“, dazu natürlich das Frankenlied, standen unter anderem auf den ausliegenden Textblättern.

„So ein Gedränge brauchen wir heute nicht befürchten.“
Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell über den Besuch von Angela Merkel

Die Senioren erfreuten sich zudem am kecken Auftritt der Kindergartengruppe aus Rüdenhausen. Später spielte die Theatergruppe aus Wiesenbronn noch einen kurzen Sketch. Natürlich wurde auch hier und da ein Schwätzchen gehalten, oder mancher Bekannter aus Nachbarorten begrüßt. Die Bewirtung hatten die Sommeracher Landfrauen übernommen.

„Die CSU-Familie begrüßt sie in Castell“, hatte die Kreisvorsitzende der Frauenunion, Doris Paul, die Gäste willkommen geheißen. Paul spielte später auch eine Art Moderatorin, die den Rednern auch manch Persönliches entlockte, bevor diese zur politischen Wetterlage sprachen. So fragte sie etwa, wie es Anja Weisgerber denn schaffe, ihre Tätigkeit und Mutterrolle mit zwei kleinen Kindern im Alter von zweieinhalb Jahren und einem halben Jahr unter einem Hut zu bringen. „Die Eltern helfen da sehr, auch mein Mann spielt da mit“, sagte sie.

Seit 2004 ist die aus Schwebheim kommende Weisgerber bereits im Europäischen Parlament. Nun strebt sie die Nachfolge von Bundestags-Urgestein Michael Glos an, der diesmal in Castell von seiner Frau Ilse vertreten wurde.

Weisgerber ging auch auf die Familienpolitik ein, nannte Ehe und Familie das Fundament unserer Gesellschaft. Zudem sagte sie, sie empfinde es unglücklich, dass die Rentenerhöhung „dieses Jahr so mickrig ausfiel“. Das müsse besser werden, hoffte die EU-Abgeordnete

Später sprach Doris Paul im Zwiegespräch den Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf auf dessen neue Rolle als Großvater an. Seit wenigen Monaten hat er einen Enkel. „Für meine Frau und mich ist das eine ganz neue Lebenserfahrung. Das ist etwas so schönes, wir genießen es“, sagte er. Mancher in seinem Alter gehe bereits in Vorruhestand, er denke noch nicht daran. Mit 62 Jahren fühle er sich weiterhin fit für die Politik. „Ich habe nie gedacht, dass ich schon aufhören will. Es macht mir Riesenspaß“, sagte er.

Schließlich gaben Kreisgeschäftsführerin Gerlinde Martin und Bezirksrätin Christine Bender Ratschläge zum Thema Pflege. Eingangs hatte Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell die Gäste willkommen geheißen. Er schilderte kurz seine Eindrücke vom Besuch der Bundeskanzlerin vergangene Woche. „Beeindruckend“ fand er den Auftritt. „Aber so ein Gedränge brauchen wir heute nicht zu befürchten.“ Mit Fürstin Marie-Louise und Albrecht Fürst zu Castell-Castell waren auch Erbgraf Ferdinands Eltern unter den Senioren im Park.