Das neue Deutsche Fastnachtmuseum in Kitzingen ist nach dem Umzug aus dem Falterturm noch kein Jahr alt, die Ausstellungen noch nicht ganz fertig: Schon gibt es neue Ideen und Pläne für eine Erweiterung der Gebäude zwischen Rosenstraße und Luitpoldstraße in Kitzingen.

Wie Bernhard Schlereth als Vorsitzender der Museumsstiftung bei einem Besuch von Staatssekretär Albert Füracker vom Staatsministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat sagte, soll dem Museum in absehbarer Zeit eine Bildungseinrichtung angegliedert werden. Dahinter stehen der Fastnachtsverband Franken und der Bund Deutscher Karneval, deren Vizepräsident Schlereth auch ist.

Schulungen für Mitglieder der zahlreichen Vereine des nach dem Sportverband größten deutschen Verbands sollen zu Themen wie Datenschutz, Steuerrecht oder GEMA in Kitzingen angeboten werden. Aber auch ein Schafkopflehrgang könnte der Jugend beibringen, wie Väter und Großväter ihr Gehirn trainiert haben.

Verhandlungen laufen

Ohne auf Details einzugehen, sagte Schlereth: „Wir sind zurzeit in Verhandlungen mit Grundstückeigentümer ganz in der Nähe des Museums und hoffen, dass wir zum Beschluss kommen.“ In Kitzingen soll ein Modellprojekt verwirklicht werden. Wie Oberbürgermeister Siegfried Müller sagte, sei der Kitzinger Stadtrat inzwischen per positivem Beschluss über die Städtebauförderung auch im Boot.

In Richtung Heimatministerium ging die Bitte um Unterstützung. „Ich bin für jeden Tipp auf mögliche Geldquellen dankbar“, sagte Schlereth: „Hinwenden und den Leuten auf den Geist gehen, das mache ich dann schon selber.“ Dass Schlereth für seine Vorstellungen kein „kein sofortiges Nein“ kassierte, wertete nicht nur er als gutes Zeichen. Schließlich hatte der Finanz- und Heimatstaatssekretär eine genaue Prüfung in Aussicht gestellt und gesagt: „Wenn das Finanzministerium nicht sofort Nein sagt, ist das schon mal ein ganz guter Tag.“

Schlereth hatte sich nach einem Rundgang durch die Ausstellung beim Freistaat für die große Unterstützung für das 4,5-Millionen-Projekt bedankt, die bisher aus München und rund einem Dutzend anderer Quellen geflossen sind.

Den Besuch des Staatssekretärs wolle er nutzen, um zu zeigen, was in Kitzingen mit Staatsgeldern – ohne Kostensteigerungen – verwirklicht worden ist. Den Auftrag der Städtebauförderung, die Stadtmitte wieder zu beleben, habe man erfüllt. Rund 10 000 Menschen haben die Ausstellung bisher gesehen. Das Personal ist fast verdoppelt worden.

Die kurze Führung hatte ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. „Ich bin überwältigt über das, was man hier sieht“, sagte Füracker. Er habe nicht erwartet, in Kitzingen ein „hochtechnisches, hochwisssenschaftliches und fast digitales Zentrum für Fasching, Fastnacht und Karneval“ vorzufinden. Er dankte allen, die daran mitagerbeitet haben, dass das Museum in Kitzingen stehe und nicht in Köln oder Mainz. „So etwas gibt es nur hier“, sagte der Staatssekretär und das müsse deutschlandweit bekannt werden.

Am Ende hatte der Oberpfälzer Politiker dann doch noch konkrete Hilfe im Gepäck: In seiner Heimat gebe es eine Schafkopfakademie und sogar einen Schafkopfprofessor, der sicher gerne Entwicklungshilfe in der neuen Bildungseinrichtung leiste.