„Lassen Sie nicht, nur des schnöden Geldes wegen, unseren Main 'weiter den Bach runtergehen!'“: Mit dieser Warnung an die Adresse der Stadt Volkach reagiert Bernhard Ziegler, Obermeister der Fischer- und Schifferzunft Kitzingen, in einem Schreiben auf Pläne, eine Anlegestelle für Hotelschiffe zu schaffen. Ziegler sieht Schäden für die Natur und nur wenig Gewinn für die Gemeinden am Fluss, wenn immer mehr der großen Schiffe auf den Main gelockt werden.

Die Entscheidung des Stadtrats vor wenigen Tagen, die Pläne für eine Anlegestelle voranzutreiben, hält Ziegler für falsch – mit Blick auf den Mainausbau. Der habe zu einem erhöhten Großschifffahrtsverkehr mit Schubverbänden und den schwimmenden Hotels geführt. Dies sei schädlich für den Main. Die Fischbestände schwänden deshalb immer mehr. Die Unterwasserwelt „geht immer mehr und mehr kaputt.“

Ausgleichsgewässer für die Fischwelt würden so gut wie nicht geschaffen, schreibt Ziegler. Im Gegenteil: Bis zum Mainausbau wertvolle Fischwasser seien verkleinert worden oder würden sogar mit dem Baggergut verfüllt – wie in Mainsondheim.

Dass Volkach, ortsansässige Betriebe und der Tourismus von der Anlegestelle profitieren könnten, bezweifelt Ziegler. Die Stadt dürfe nur mit einer Anlegegebühr rechnen, so wie Kitzingen, wo 250 Euro pro Tag kassiert würden. Im Ort bleibt Ziegler zufolge wenig hängen. Der Großteil der Gäste aus den Hotelschiffen in Kitzingen werde meist in Bussen zu anderen Zielen gekarrt, beispielsweise nach Würzburg oder Rothenburg.

Der kleine Rest bekomme im Klosterkeller eine Weinprobe: „Ab und zu wird mal ein Hemd oder auch eine Uhr verkauft. Die Toiletten in der Stadt werden allerdings oft und gerne in Anspruch genommen. Dann wird zu Abend gegessen – natürlich wieder an Bord.“

Zieglers Fazit: „Einen Nutzen haben nur wenige Leute“ – heimische Busunternehmen und „Weinunternehmen“. Ansonsten seien die ausländischen Reedereien und „natürlich die reichen Rentner aus Übersee“ auf der Gewinnerseite.