Die Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid GmbH (LZR) will am Ortsrand von Düllstadt Sand abbauen. Das Abbaugebiet hat eine Größe von etwa 51 000 Quadratmetern und liegt unmittelbar südlich der Baugebiete "Koppelwasen" und "Ahornring". In der Sitzung des Schwarzacher Marktgemeinderats am Dienstag im Begegnungshaus Arche stellte LZR das Projekt vor. Auch Vertreter der Interessengemeinschaft (IG), die den Sandabbau in der Nähe der Wohnbebauung verhindern möchte, durften ihre Bedenken gegen das Abbaugebiet vortragen.

"Der Tagesordnungspunkt dient heute lediglich als Information", sagte Bürgermeister Volker Schmitt zu Beginn der Debatte. Beschlüsse des Marktgemeinderates seien erst im Zuge des Genehmigungsverfahrens erforderlich. Dann werde die Gemeinde vom Landratsamt Kitzingen, die Genehmigungsbehörde ist, zu einer Stellungnahme aufgefordert.

20 Lkw-Fahrten am Tag

Kritisch sieht das Gemeindeoberhaupt die geplante Entfernung zur bestehenden Wohnbebauung von lediglich 32 Meter. 200 Meter seien eigentlich notwendig, so Schmitt. "Das ist schon arg nah", lautete sein Kommentar. Aus diesem Grund soll ein drei bis vier Meter hoher Lärmschutzwall entlang des gesamten Abbaugebietes aufgeschüttet werden. Der Abtransport des Grubensands soll über LZR-Grund bis zum Flurweg an der Tongrube und von dort aus weiter auf dem Abfuhrweg der Tongrube in Richtung Stadtschwarzach erfolgen. LZR ist Eigentümer des betroffenen Grundstücks. Im aktuellen Flächennutzungsplan ist die Fläche für ein Wohngebiet vorgesehen. Bei einem kalkulierten Abbauvolumen von etwa 50 000 Kubikmeter Grubensand rechnet LZR mit rund 20 Lkw-Fahrten am Tag.

LZR-Geschäftsführer Willi Lenz gab einen groben Abriss über die geplante Maßnahme. "Es geht rein um Grubensand, die Tiefe der Grube ist maximal zwei Meter", sagte er. Der Sandabbau soll innerhalb vier Jahren erledigt sein. Anschließend wird die Fläche wiederverfüllt und der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Die Verfüllung ist in drei Abschnitten vorgesehen. Zu Befürchtungen der Düllstädter Bevölkerung, der Abbau habe Auswirkungen auf das Grundwasser, versicherte Lenz: "Das Grundwasser wird nicht angegriffen, wir machen da nichts kaputt."

Unterschriftenliste vorgelegt

Bereits im September hatte LZR die Bewohner zu einem Informationsgespräch eingeladen (wir berichteten). Schon damals zeigte sich Widerstand im Ort gegen das Vorhaben. Eine IG hatte sich gegründet, die dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste mit 101 Unterschriften gegen das geplante Abbaugebiet vorgelegt. Deren Sprecher Joachim Wald und Stephan Weber trugen die Interessen der Bürger vor. Wald bat den Bürgermeister und den Gemeinderat um verantwortungsvolles Handeln. In Düllstadt bestehe erheblicher Gegenwind gegen das Vorhaben. "Wir wollen keinen Sandabbau vor der Haustür", betonte Weber.

Ihre Hauptbedenken sind Sandstaub- und Lärmemissionen, eine Minderung der Wohn- und Lebensqualität über mehrere Jahre und eine Wertreduzierung ihrer Anwesen. Die IG sieht einen "massiven Eingriff in die Natur". "Wer von Ihnen möchte den Sandabbau vor Ihrer eigenen Haustür?", fragte Weber die Ratsmitglieder. "Die Düllstädter nicht", ergänzte er. Weber machte auf die Gefahren für spielende Kinder in der Sandgrube aufmerksam, vor allem wegen der unmittelbaren Nähe zur Wohnbebauung. Die IG hofft jetzt auf eine ablehnende Haltung in der Kreisbehörde und letztlich auch beim Schwarzacher Gemeinderat.

Betrieb zu Großküche umbauen

Die Mainfränkischen Werkstätten beabsichtigen, den bisherigen Kartoffelschälbetrieb in Schwarzenau zu einer Großküche mit 28 Beschäftigten umzubauen. Eine bauliche Erweiterung des Betriebsgebäudes ist nicht vorgesehen. Problematisch zeigt sich dabei allein die An- und Abfahrtssituation. Die vorhandene Zufahrt über die "Alte Straße" ist lediglich dreieinhalb Meter breit, "ein Begegnungsverkehr ist hier also problematisch", so Schmitt. Ob eine Ausfahrt auf die Staatsstraße 2450 wie bisher auch nach der Nutzungsänderung möglich ist, entscheidet das Staatliche Bauamt Würzburg.

Um genauere Angaben über den zu erwartenden Lieferverkehr für die Großküche zu erhalten, hat die Marktverwaltung die Werkstätten bereits zur Stellungnahme aufgefordert. Sobald eine Entscheidung des Bauamts zur Verkehrsführung vorliegt, will man das Thema im Gemeinderat noch einmal behandeln, so der einhellige Tenor.

Maria Fieber regte an, am Friedhof in Düllstadt eine befestigte Parkfläche zu errichten. Bei Beerdigungen würden die Fahrzeuge immer auf den Grünflächen stehen, so die CSU-Rätin. Die Verwaltung prüft jetzt die Situation.