Der Widerstand im Nordheimer Gemeinderat und in Teilen der Bevölkerung gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau in der Au haben bei der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) eine Reaktion ausgelöst. In einem offenen Brief an Bürgermeister Guido Braun und den Gemeinderat äußert sich LZR-Geschäftsführer Hermann Reifenscheid zu Zeitungsberichten, die zu „etlichen Nachfragen und Irritationen geführt“ hätten.

Ablehnung im Gemeinderat

Letzter Auslöser des Schreibens war wohl die Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag. In der wurde deutlich, dass neben der Bürgerinitiative Nordheimer Au auch eine Ratsmehrheit die LZR-Pläne auf den neun Hektar Mainvorland am Radweg nach Sommerach ablehnt. Unter anderem befürchtet das Gremium – laut Darstellung von Bürgermeister Braun – die Zerstörung einer intakten Naturlandschaft auf unbestimmte Zeit, dazu Beeinträchtigungen des Orts und seiner Bürger durch Staub., Lärm und Abgase.

Zudem stieß die Zufahrt über die Brücke im Bereich des Containerplatzes auf Widerstand. Sorgen bereitet der Ratsmehrheit auch die Kreisstraße, die nach Meinung des Gremiums den Belastungen durch die vielen LZR-Laster nicht standhalten werde.

Mehrwöchiger Vorversuch mit Lastern

Die Kritik stößt bei Reifenscheid auf Unverständnis. Die angeblichen Belastungen durch Lärm, Staub und Abgase, aber auch der befürchtete Verschleiß der Kreisstraße seien „stark übertriebene Behauptungen, die in keinster Weise zutreffen“. Schließlich habe LZR in einem mehrwöchigen Vorversuch mit firmenfremden Fahrzeugen den Abtransport von Sand und Kies simuliert, „ohne dass dies von der Bevölkerung überhaupt wahrgenommen wurde.“

Und die vom Gemeinderat abgelehnte Transportroute sei nur deshalb gewählt worden, weil das Gremium die Alternativstrecke nicht akzeptiert habe. LZR sei aber offen für eine erneute Diskussion des Themas.

Fragen zur naturschutzfachlichen Bewertung der Au beantwortet der offene Brief nicht. Dies sei Sache der Behörden, so Reifenscheid. Was der Geschäftsführer aber unterstreicht: Nach dem Ende des auf zehn Jahre angelegten Projekts werde der Gemeinde ein „Naturschutzgebiet geschenkt“. Bereits nach Abschluss eines jeden der fünf Teilabschnitte des Abbaus stehe dieser „der Natur zur Verfügung“.