Der Lehrbienenstand auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Kitzingen war Treffpunkt für Imker aus dem Landkreis Kitzingen. Thema war die Gesundheitskontrolle sowie die obligatorische Rest-Entmilbung der Bienenvölker, wie es in einem Bericht der Imker heißt.

Derzeit habe man die besten Voraussetzungen, der Varroamilbe mit organischen Säuren den Garaus zu machen. Denn in der kalten Jahreszeit legt die Königin keine Eier, die Bienenvölker sind brutfrei und außerdem tragen die Bienen um diese Jahreszeit auch keinen Nektar mehr ein.

Kein Einlass zur Freude

Der Vorsitzende des Imkervereins Kitzingen, Thomas Gschwandtner, demonstrierte die korrekte Dosierung und Anwendung der Oxalsäure an den Bienenvölkern. Bei anschließendem Glühwein und Lebkuchen sollten Erfahrungen ausgetauscht werden. Zum Feiern gab es dabei aber leider keinen Anlass, teilen die Imker mit: Wie sich herausstellte, waren alle sechs Bienenstöcke leer. Bis auf ein paar einzelne tote Bienen, waren alle verschwunden.

Die große Frage stellte sich den Imkern: „Wo sind unsere Bienen?“ Bei genauerem Durchsehen der Kästen wurde die tote Königin gefunden. Dies sei ein deutliches Indiz dafür, dass die Völker nicht abgeschwärmt sind. Warum die Bienen weg sind, lasse sich nur vermuten. Möglicherweise verlassen kranke Bienen den Stock, um das Restvolk zu schützen. Manchmal werden die Bienen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln orientierungslos und finden nicht mehr in den Stock zurück. Diese Gefahr bestehe besonders im Spätherbst.

Gerade am Lehrbienenstand werden die Völker nach den neuesten Erkenntnissen und Erfahrungen geführt und dokumentiert. Viele vermutete Ursachen dieses Phänomens, in Fachkreisen CCD (Colony Collapse Disorder) genannt, treffen hier nicht zu, teilte der Imkerverein mit. Die Völker waren stark, mit jungen Königinnen und ausreichend Futter versorgt. Augenscheinlich waren sie gesund und der Befallsgrad durch die Varroamilbe gering. Vor allem auf diesen Punkt wurde großes Augenmerk gelegt. Dennoch war das Varroavorkommen vergangenes Jahr allgemein sehr hoch.

Die Erfahrung am Lehrbienenstand deckt sich mit denen sehr vieler Imker im Landkreis Kitzingen. Die Betroffenen sind schockiert über das Ausmaß und die Art des Bienensterbens. Mit dem Wissen, alles für die Bienen getan zu haben, trifft sie das völlig unvorbereitet. Leider gebe es von offizieller Seite nur unzureichend Strategien oder Hilfen, wird in der Pressemitteilung bedauert. So bleibe nur die Möglichkeit, wieder von vorne anzufangen.

Der Lehrbienenstand wurde von Thomas Gschwandtner wieder mit neuen Bienenvölkern aus seinem eigenem Stand bestückt. Die Schulungen und Vorführungen am Lehrbienenstand werden auch in 2015 wie geplant fortgeführt.

Die Varroamilbe

Herkunft: Die „Varroa“ ist eine vom Menschen in Deutschland eingeschleppte Milbe. Alle Bienenvölker in Europa sind betroffen. Sie saugt das Blut der Bienen, schwächt diese und verbreitet zahlreiche Krankheiten. Gefährdung: Besonders gefährdet ist aber die Bienenbrut. Die Varroamilbe vermehrt sich in der Brutzelle. Dazu lässt sich die Milbe von den Bienen in die Zelle einsperren. Saugt die Milbe nun an der Larve, entstehen an der Larvenhaut kleine Stichwunden. Ähnlich wie bei einem Zeckenstich. Über diese Hautverletzungen dringen nun Viren in den Larvenkörper. Am Ende schlüpft eine verkrüppelte Biene. Die Folgen: Sinkt die Zahl der flugunfähigen Bienen im Stock kann sich das Volk nicht mehr selbst versorgen. Einige Imker gleichen ihre Verluste durch Zukäufe von Bienenvölkern aus dem Ausland aus. Dies verschlimmert noch die Situation. Mit den Bienenimporten kommen auch neue Virenstämme zu uns.