Das kombinierte Spielgerät Holzturm mit Rutsche und Hängebrücke auf dem Spielplatz in Laub ist nicht einfach nur in die Jahre gekommen. Vielmehr müsste es nach einer eingehenden Untersuchung von Stefan Stilling vom kommunalen Unfallverband abgebaut und durch ein neues ersetzt werden. Doch davor schreckten die fünf Mitglieder des Bauausschusses Prichsenstadt in ihrer jüngsten Sitzung zurück. Vielmehr beschlossen sie einstimmig, an Lösungen zu arbeiten, wie dieses Spielgerät erhalten werden kann.

Ergebnis des Gutachtens

Die Mängel, die Stilling nach der vorgeschriebenen jährlichen Begutachtung aller Spielplätze entdeckt hatte, wirken auf den ersten Blick erschreckend. Die Rutsche ist aufgrund der Turmhöhe von 2,70 Metern nicht geeignet, denn ab 2,50 Metern Höhe muss die Seitenbrüstung mindestens 50 Zentimeter betragen. Im Fallbereich sind Holzeinfassungen, die zu nah am Turm sind. Außerdem müsse die gesamte Fallzone überarbeitet und erweitert werden.

An der kleinen Hängebrücke müssen sich die Kinder an einer Metallkette festhalten – das sei nicht mehr zeitgemäß und die Finger könnten sich darin verfangen. Und die Aufstiegsleiter müsste laut Empfehlung des Gutachters komplett überarbeitet werden. Die Sprossen hätten einen zu geringen Abstand – so dass diese eine „Kopffangstelle“ sein könnte.

Wenn der Körper durchpasst, muss auch der Kopf mit

Hinter diesem sperrigen Begriff, erklärte Geschäftsführer Jens Reuß in der Sitzung, stecke eine einfache Erklärung: „Wenn ein Kind zwischen den Sprossen durchrutscht, muss der gesamte Körper durchrutschen. Ist der Abstand kleiner als der Kopf eines Kindes, kann zwar der Körper durchrutschen, der Kopf aber nicht.“ Die „Restriktionen“, so Reuß weiter, „werden immer schlimmer. Früher war eine Fallhöhe von drei Metern normal. Ich frage mich, wie wir alle haben überleben können.“ Und Helmut Happel kann sich an keinen Fall erinnern, „bei dem ein Kind verletzt worden ist“.

Weil auf dem Spielplatz ein zweites Kombispielgerät steht, das ähnlich konstruiert, aber kleiner ist, lautete die Empfehlung der Verwaltung, das alte Gerät abzubauen. Das war der Startschuss für eine leidenschaftliche Diskussion zum Erhalt dieses Spielgeräts. Happel argumentierte mit Abenteuerspielplätzen, bei denen Eltern sogar manchmal dafür unterschreiben müssten, „dass sich die Kinder mal weh tun könnten“. Happel verwies auch auf den Spielplatz des Wildparks „An den Eichen“ in Schweinfurt, der den Kindern viel mehr Möglichkeiten biete.

Mängel sollen behoben werden

Am Ende kam folgende Lösung heraus: Der Bauhof wird den Fangbereich um die Rutsche herum mit Sand auffüllen, bis die Fallhöhe von 2,50 Metern erreicht ist. Die Holzeinfassungen werden so verstärkt, dass sie für die Kinder keine Gefahr mehr darstellen können. Die Metallketten werden mit einem Schutzschlauch versehen, „und vielleicht tut es auch ein alter C-Schlauch von der Feuerwehr“, so Happel. Die Aufstiegsleiter wird mit Brettern so gesichert, dass kein Kind durchrutschen kann.