Wer in Schwarzach wohnt oder den Ort besucht, kann sich jetzt über zwei wunderschön hergerichtete, zentrale Plätze im Umgriff der Benediktiner-Abtei freuen. So strahlt die Fläche vor dem Torhaus, dem Eingang zur Abtei, in neuem Glanz. Der Markt Schwarzach hat das Projekt zusammen mit dem Förderprogramm der Dorferneuerung gestemmt.

Dazu hat die Abtei auch den dahinterliegenden Platz direkt vor der Klosterkirche neu gestaltet. Abt Michael Reepen segnete die beiden markanten Flächen am Freitag während eines gemeinsamen Festakts. Zuvor hatte in der Klosterkirche, die am gleichen Tag das Fest der Kirchweihe feierte, eine Vesper stattgefunden.

"Die Plätze rund um die Abtei werden um ein lebendiges Forum reicher", sagte Schwarzachs Bürgermeister Volker Schmitt bei der Begrüßung. Beide Stellen gehören zu den wohl am meisten frequentierten Orten in der Gemeinde und sind so auch Aushängeschilder. Jährlich passieren rund 300 000 Menschen das Torhaus und den gesamten Bereich als Eingang zu den klösterlichen Einrichtungen, wie Abt Michael feststellte. Der Eingang gilt als Knotenpunkt für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, aber auch für viele auswärtige Besucher.

Die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus nannte Bürgermeister Schmitt "ein Projekt, das schon lange auf dem Wunschzettel der Abtei und der Gemeinde gestanden" habe. Der Platz habe seinen Charakter als Parkplatz verloren und ein neues Gesicht bekommen. Neu und attraktiv seien die neuen Mittelpunkte. Bepflanzung, Bänke wie auch Läden und Lokale fügten sich gut ein. Der Bereich lade zum Flanieren und Verweilen, Spielen und Einkaufen ein.

Die Kosten des Umbaus gehen in die Hunderttausende

Die intensive Planung und die Investition habe sich gelohnt, so Bürgermeister Schmitt. Er dankte den Anwohnern und Bürgern, die im Arbeitskreis der Dorferneuerung mitarbeiteten, und allen, die am Projekt beteiligt waren. Insgesamt lagen die Kosten bei 427 359 Euro, wovon 148 512 Euro aus Fördergeldern des Amtes für Ländliche Entwicklung und aus dem europäischen ELER-Programm beigesteuert wurden.

Nicht so einfach sei die Ausführung gewesen. So galt es zu Beginn erst einmal, eine Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg zu bergen. Später sorgte das marode Gewölbe des unterirdischen Bachlaufs für Probleme, was auch die Kosten erhöhte.

Vom Amt für Ländliche Entwicklung sprach dessen Leiter Jürgen Eisentraut. Er hob die Aufwertung der gesamten Umgebung hervor. "Nachhaltig für die Zukunft planen", das habe man auch am Platz vor dem Torhaus umgesetzt.

Landschaftsarchitekt Valtin Dietz sah eine enorme Aufwertung, die man mit der Neugestaltung geschaffen habe. Mit der Rosette im Pflaster vor dem Torhaus sei ein Hinweis auf das Kloster eingefügt. "Ein Willkommensplatz, der den Vorraum des Klosters entschleunigt", sei nun entstanden. Der nächste Schritt, die Renovierung des Torhauses, soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen werden.

Auch der Platz vor der Abteikirche ist ein Ort der Ruhe

Zu einem Schmuckstück ist auch der flächenmäßig größere Kirchplatz vor der Abteikirche geworden, der als nächster Stein im Mosaik der seit 2011 laufenden Erneuerung der Abtei gilt. Am Pflaster wie auch an der Gestaltung wurde einiges verändert. "Die Leute haben den Platz sofort angenommen. Es ist ein Ort der Ruhe, gerade unter den Platanen", sagte Abt Michael.

"Sitzen bleiben, den Platz auf sich wirken lassen", riet Architekt Matthias Gutsch. Hervorgehoben wurden die Skulpturen von Pater Meinrad Dufner, voran der bronzene Abguss des gesamten Klosters. Das alles solle ganz viel von der Geschichte erzählen, die bereits in dem Areal stecke. Umrahmt wurde die Feierstunde von den "Freunden der Kloster-Blasmusik" um Otmar Schwab.