Der Abend in Dornheim begann mit einem Zwiegespräch, das es so oder ähnlich schon häufiger gegeben hatte: Iphofens Bürgermeister Josef Mend im Clinch mit einem seiner Dauerkritiker, dem Bio-Landwirt Stefan Lenzer. Alles, was ihm jüngste Zeit so aufgestoßen war, hatte Lenzer in eine Reihe von Bürgeranträgen gepackt, ein legitimes Mittel, für Mend aber auch eine Provokation. Etwa der Vorwurf des „wiederholten Fischfrevels“, den Lenzer auch bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hatte und für den sich Mend als „politisch Verantwortlicher“ entschuldigen solle. „Ich weiß nicht, wofür ich mich entschuldigen soll . . . Dass Sie mich schon die ganze Zeit anzeigen wollen, ist ja ein offenes Geheimnis.“ Lenzer wies das zurück.

So ging es hin und her. Als Lenzer Mend ungefragt ins Wort fiel, drohte der Bürgermeister dem „Ruhestörer“ mit einem Ausschluss aus der Bürgerversammlung, die Lenzer mit seinen Anträgen jedes Mal zerstöre. Die Anzeige gegen die Stadt ist mittlerweile eingestellt. Ein „Täter“ konnte nicht ermittelt werden, der laut Lenzer im September 2015 das Wasser aus dem Feuerlöschweiher gelassen habe, woraufhin die Fische verendeten.

In dem Weiher, der für die Entnahme von Löschwasser gedacht ist, „hätten gar keine Fische sein dürfen“, stellte Mend klar. „Im Interesse der Dorfgemeinschaft“ solle man die Sache nun gut sein lassen. „Ja?“, hörte man Lenzer sagen. Und: „Ein Skandal ist das.“ Vor vier Jahren habe es schon einmal einen Vorfall mit verendeten Fischen gegeben.

„Wenn Kinder darin planschen, werde ich sicherlich nichts sagen.“
Bürgermeister Josef Mend zum Baden im Löschweiher

Ob man im Sommer in dem Teich baden dürfe, wollte Michael Klein jr. wissen. „Offiziell nicht“, antwortete Mend. „Aber wenn Kinder drin planschen, werde ich sicherlich nichts sagen.“ Rund 90 000 Euro hat die Stadt in die Sanierung des undichten Weihers gesteckt. Jetzt soll am Ufer noch ein Pavillon aufgestellt werden, dann ist die Idylle perfekt. Ob die Dornheimer künftig dort feiern werden oder am Rathausplatz in der Ortsmitte, ist noch nicht ausgemacht. Der neu gestaltete Dorfmittelpunkt werde nicht angenommen, merkte Mend an.

Die Frage ist, was mit dem Platz passieren soll. Wenige Fachwerk-Fragmente erinnern dort an das im Krieg zerstörte alte Rathaus. Ein „kontroverses Thema“ sei das, und die 60 Dornheimer im Schützenhaus diskutierten denn auch rege.

Von Sven Eyrich kam die Idee, die Bushaltestelle dort zu integrieren, da unten im Dorf viel zu schnell gefahren werde. Michael Klein sen. unterstützte diesen Vorschlag. „Ein völlig neuer Gedanke“, sagte Mend. Aber so neu wäre das Ganze offenbar nicht. Früher hielten dort oben schon einmal die Busse, verlautete aus den Reihen der Bürger. Elfriede Singer sprach sich dafür aus, den Platz in der bisherigen Form zu lassen. „Das ist hochwertig gebaut und passt zum ganzen Ensemble.“ Ingrid Stahl wiederholte einen Vorschlag aus der vergangenen Bauausschusssitzung: „Wenn wir das Fachwerk nach hinten versetzen, öffnet sich der Platz. Auch die Sicht auf die Kirche wäre schöner.“ Jetzt sollen die Dornheimer sagen, was sie an der Stelle wollen. Auch was den Friedhof angeht, ist die Meinung der Bürger gefragt. Ein Stück der Mauer soll dort weggenommen werden, um eine Handvoll Parkplätze zu schaffen.

„Sinnvoll“ sei das schon, meinte Kirchenpfleger Oskar Albert, aber er wolle das nicht alleine entscheiden. Müsse er auch nicht, so Mend. Dem Stadtrat geht es zunächst um ein Meinungsbild. Viele sahen es wie Albert. Nur Michael Klein jr. gab zu bedenken: „Die Leute werden das nicht annehmen, und dafür versetzt ihr eine Mauer.“

Der Parkplatz am Friedhof soll nur eines von mehreren Gestaltungselementen sein, das in nächster Zeit in dem 324-Einwohner-Dorf umgesetzt wird. Auch die Ortseingänge und die Straßenränder sind im Entwicklungskonzept von Städteplaner Franz Ullrich enthalten. Die Kernfrage dabei: Wie lassen sich die sensiblen grünen Randbereiche der Ortsstraßen besser vor Autos schützen? Die Idee mit den Steinen, die Anwohner auf die Grünstreifen vor ihren Häusern rollten, ist gescheitert. Vielleicht sollte die Stadt einfach über diesen Gedanken nachdenken: „Manche Leute“, berichtete eine leidgeprüfte Anliegerin, „haben so große Höfe für ihre Autos und fahren sich ihre Grünstreifen selbst zusammen.“