Rüdenhausen

Rüdenhausen: Die Tradition lebt wieder auf beim Auszug der Bürgerwehr

Endlich wieder Bürgerauszug: Der letzte Tag der Kirchweih in Rüdenhausen wurde wieder zu dem Feiertag, wie ihn die Rüdenhäuser kennen und lieben. Bereits am Mittag, als die Bürgerwehr vor dem Rathaus antrat, war die besonderen Atmosphäre zu spüren. Zum traditionellen Ausklang mit dem Jahrhunderte alten Brauch meldete Bürgerhauptmann Leo Neubert 83 Bürger, die in Frack und Zylinder angetreten waren.
Vor der Kulisse des Schlosses in Rüdenhausen ließ Hauptmann Leo Neubert die Bürgerwehr noch einmal antreten. Foto: Andreas Stöckinger
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Endlich wieder Bürgerauszug: Der letzte Tag der Kirchweih in Rüdenhausen wurde wieder zu dem Feiertag, wie ihn die Rüdenhäuser kennen und lieben. Bereits am Mittag, als die Bürgerwehr vor dem Rathaus antrat, war die besonderen Atmosphäre zu spüren. Zum traditionellen Ausklang mit dem Jahrhunderte alten Brauch meldete Bürgerhauptmann Leo Neubert 83 Bürger, die in Frack und Zylinder angetreten waren.

Bürgermeister Gerhard Ackermann begrüßte die Männer, wie auch die Gäste, die Musik und die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer zum Start des Ganzen. Er freue sich ganz besonders, dass das Spektakel diesmal nach zwei Jahren Zwangspause wieder stattfinden könne. "Es zeigt die Verbundenheit zu unserer gelebten Tradition", hob der Bürgermeister hervor.

Auf die freuten sich mit Elisabeth Schloßnagel und Ingeborg Laxa auch zwei ältere Rüdenhäuserinnen am Straßenrand. Der Dienstag, ja, das sei schon immer ein besonderes Vergnügen, auch für sie. Selbstverständlich schauten sie auch diesmal dem Ganzen zu. Ingeborg Laxa blickte besonders genau hin, schließlich gehörte ihr Enkel diesmal zum ersten Mal zur Bürgerwehr. "Er hat den Gehrock vom Opa bekommen, ich habe nur die Ärmel etwas kürzer gemacht", schilderte sie sichtlich stolz.

Die Bürgerwehr zog mit Musik und Fahnen ins Schloss, wo sie, wie früher, bereits der Standesherr erwartete. Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen begrüßte persönlich mit seiner Frau Sophia jeden der Männer in Frack und Zylinder, die Ehrengäste und natürlich die Symbolfiguren der Wehr.

Zu diesen gehörte in diesem Jahr erstmals Wolfgang Muther, der den Schellenbaum trug. Er war für den erkrankten Harald Winter eingesprungen, der das Instrument mit den kleinen Glöckchen sonst trug. Die laut Wikipedia-Beschreibung "reich verzierte Standarte der Militärmusik", soll bereits einige Jahrhunderte auf dem Buckel haben.

"Auf Dauer ist das Ding ganz schön schwer. Wenn man marschiert und ihn gleichzeitig im Takt auf und ab bewegt, ist das doch anstrengender, als ich dachte", stellte Muther fest. Das störte den Hobby-Musiker jedoch nicht. Seit acht Jahren wohnt Muther in Rüdenhausen, wo er sich gleich in den Ort integriert hat und wohl fühlt, wie er sagte.

Beim Kirchweihdienstag war er seitdem immer dabei, eine schöne Tradition, die er gerne unterstütze, so Muther. Später gab auch er seinen Schuss auf die mit Schafkopfkarten bestückte Zielscheibe ab. Doch das Schießen war auch diesmal nicht die Hauptsache, sondern das Gesellige. Bei herrlichem Sommerwetter saßen viele den ganzen Nachmittag über im Schlosspark und genossen ihre Kirchweih.

Gegen 17 Uhr zog die Bürgerwehr wieder in den Ort, wo später am Rathaus das Feierabend-Lied geschmettert wurde. Danach klang das Festwochenende beim Ball in der Turnhalle aus.