Nie war eine Totenehrung beim VdK-Kreisverbandstag aktueller. Kreisvorsitzender Hartmut Stiller musste den Delegierten die traurige Nachricht überbringen, dass Roswitha Kramer am Samstag gestorben ist. Die Arbeit im Sozialverband war für die Albertshöferin Beruf und Berufung. Gerade in Rente gegangen, erlag sie einer heimtückischen Krankheit und wurde nur 65 Jahre alt.

Roswitha Kramer (geborene Schmitt) hatte am 23. November 1948 das Licht der Welt erblickt und erlernte nach der Schule den Beruf der Arzthelferin und sattelte beruflich um, als sie 1972 in der VdK-Kreisgeschäftsstelle als Schreibkraft begann. Ab 1982 übernahm sie den Posten der Kreisgeschäftsführerin und entwickelte sich zu einer Fachfrau auf dem Gebiet der Sozialgesetzgebung.

Wie keine andere verkörperte sie das Miteinander von Hauptamt und Ehrenamt im Sozialverband. Unter ihrer Führung nahmen der Kreisverband mit seinen Ortsverbänden eine rasante Entwicklung. Unter Kramers Regie wuchs der Kreisverband bis auf rund 9500 Mitglieder an, womit knapp elf Prozent der Landkreisbevölkerung im VdK sind. Damit nimmt der Kreisverband prozentual Platz zwei in Bayern ein.

Roswitha Kramer gab ihren Mitarbeitern und Mitgliedern ein Vorbild an Engagement, Menschlichkeit und fruchtbarer Zusammenarbeit. Sie war bei Behörden, Versicherungsträgern, Krankenkassen und anderen Institutionen geachtet und erstritt auf dem Weg der Rechtshilfe Millionensummen für die VdK-Mitglieder.

„Roswitha dürfte über 250 000 Menschen weitergeholfen haben“, rechnete ihr Kreisvorsitzender Hartmut Stiller vor zwei Jahren beim Anlass 30 Jahre Roswitha Kramer als Kreisgeschäftsführerin hoch. „Roswitha Kramer war das Gesicht des VdK in unserem Kreisverband“, sagt Hartmut Stiller und sieht den Sozialverband zu großem Dank gegenüber der Verstorbenen verpflichtet.

Neben dem Hauptamt war sie auch ehrenamtlich im VdK aktiv. Sie gehörte seit Jahrzehnten dem Vorstand ihres Ortsverbandes Albertshofen an und trat dort als Vorsitzende die Nachfolge von Grete Will an. Roswitha Kramer brachte ihre Kompetenzen auch in der Kommunalpolitik ein, in Albertshofen als Gemeinderätin von 1990 bis 1996. Im Jahr 1994 rückte sie auf der CSU-Liste in den Kreistag nach und wurde danach dreimal wiedergewählt. Im vergangenen Jahr war sie mit der Kommunalen Verdienstmedaille ausgezeichnet worden und war bis zu ihrem Tod Kreisrätin. Dabei brachte sie ihre Fachkenntnisse auch im Sozialausschuss des Kreistages und im Verwaltungsrat der Klinik Kitzinger Land ein.

Um Roswitha Kramer trauert an erster Stelle ihre Familie mit zwei Söhnen und drei Enkelkindern. Sich um die Enkelkinder zu kümmern, das war Roswitha Kramers liebste Freizeitbeschäftigung. Leider waren ihr keine schönen Jahre als Rentnerin vergönnt, da sie nur 65 Jahre alt wurde. Erst zu Monatsbeginn hatte ihr Nachfolger Klaus-Peter Mai ihre Nachfolge als Kreisgeschäftsführer angetreten.