Sich ein Bild davon machen, wie man in 70 oder 80 Jahren aussieht. Wie fühlt sich Altern an? Wie sieht eine Stadt für jedes Alter aus? Wohnen im Ruhestand. Dies sind nur einige Themen und Fragen, auf die es ab diesem Montag, 19. August, bis Mittwoch, 21. August, Antworten gibt. Dann macht das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ am Schiffsanleger in Kitzingen fest.

Seit April ist das umgebaute Frachtschiff auf Kanälen und Flüssen unterwegs und besucht dabei 40 Städte in Deutschland und Österreich. Die Ausstellung trägt den Titel „Alle Generationen in einem Boot – Gemeinsam den demografischen Wandel gestalten“. Das ist auch Thema des Wissenschaftsjahres 2013. Das schwimmende „Science Center“ mit seinen rund 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche gilt als der Höhepunkt der jeweiligen Wissenschaftsjahre, seit es im Jahr 2002 erstmals im Auftrag der Uni Bremen auf die Reise ging.

„Die diesjährige Ausstellung beschäftigt sich mit den wichtigen Themen rund um die demografische Entwicklung: Wie ist es jung zu sein? Wie ist es alt zu sein? Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem Zusammenleben zwischen Jung und Alt?“, sagt Markus Weißkopf, der Geschäftsführer der Wissenschaft im Dialog GmbH. Es gehe um unterschiedlichste Aspekte rund um die demografische Entwicklung. Die Ausstellung lädt zum Mitmachen ein, damit man sich den Themen spielerisch nähern könne. Ansprechen will man vor allem junge Menschen.

Für Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, betrifft der demografische Wandel die gesamte Gesellschaft: „Wir stehen vor großen Veränderungen, denn wir leben länger, wir werden weniger und wir werden vielfältiger“, wird Schütte in der Einladung der MS Wissenschaft zitiert. Die Ausstellung soll zeigen, welchen Beitrag Bildung, Wissenschaft und Forschung leisten, um das Phänomen des demografischen Wandels zu beschreiben. Es gelte, einen nüchternen Blick auf die Risiken werfen und den demografischen Wandel als eine enorme Chance zu begreifen. Die MS Wissenschaft sei eines der Instrumente, um das Thema den Bürgern näher zu bringen, so Schütte.

Die Ausstellung erläutert unter anderem Schlagworte wie „Generationenvertrag“ oder „Alterspyramide“ und informiert über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Ingenieurwissenschaftler zeigen, wie sie Senioren-Wohnungen so ausstatten, dass die Bewohner lange in den eigenen vier Wänden leben können.

„Wir wollen zeigen, dass der demografische Wandel eine Menge Herausforderungen mit sich bringt, die jedoch nicht einfach auf uns zurollen, sondern gemeinsam gestaltet werden können“, erklärte dazu Professor Dr. Gerold Wefer, der Vorsitzende des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog, anlässlich der Eröffnung im April.

Konzipiert und umgesetzt wurde die Ausstellung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von der Initiative Wissenschaft im Dialog. Die Exponate stellten unter anderem die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und Hochschulinstitute zur Verfügung.

Themen sind unter anderem „Wohnen im Ruhestand“ und „Sicherheit zu Hause“. Streicheleinheiten fürs Gehirn verspricht die Roboter-Robbe „Paro“, die dazu beitragen kann, dass Demenzpatienten gesprächiger und körperlich gelöster werden. Ausprobieren können Besucher einen intelligenten Rollstuhl namens „Rolland“. Mit ihm können auch Menschen fahren, die bisher körperlich oder geistig nicht in der Lage waren einen Rollstuhl zu lenken. Bei einem Wortspiel können Besucher gegeneinander antreten und an einer Auswahl von 10 000 Wörtern testen, wie schnell sie lesen können. Eine „Morphing Station“ ermöglicht es, sich ein Bild davon machen, wie man in 70 oder 80 Jahren aussehen wird.

Die Ausstellung auf der MS Wissenschaft ist an diesem Montag, 19. August, von 13 bis 19 Uhr, am Dienstag, 20. August, von 10 bis 19 Uhr und am Mittwoch, 21. August, von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.