Als "historisch" bezeichnete Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein die Sondersitzung des Gemeinderats. Damit meinte er nicht die Länge von viereinhalb Stunden, sondern die Tatsache, dass es gelungen ist, Flächen entlang der Jahnstraße zu erwerben und damit die Möglichkeit geschaffen wurde, ein neues zehn Hektar großes Baugebiet mit über 70 Bauplätzen und viel Grün auf den Weg zu bringen.

In den vergangenen Jahren sei Rödelsee gewachsen, erläuterte Bürgermeister Burkhard Klein. Dabei bleibe eine vernünftige Größe für die Gemeinde im Blick. Die Entscheidung für weitere Siedlungsflächen hatte schon der vormalige Gemeinderat getroffen, auch wegen der vielen Anfragen nach Bauplätzen in Rödelsee und Fröhstockheim – nicht nur von Auswärtigen.

Für Rödelsee soll nun aktuell das an die Jahnstraße angrenzende Gebiet entwickelt werden. Darüber hat der Gemeinderat bereits nichtöffentlich intensiv beraten. Nichtöffentlich, weil es um die Entwicklung zukünftiger Baugebiete ging, wie Burkhard Klein der Rechtsaufsicht des Landratsamtes darlegen musste, an die sich Gemeinderat Markus Ostwald mit der Bitte um Bewertung gewandt hatte. Desweiteren hatte der Gemeinderat sich mit der Festlegung der Flächen beschäftigt, mit künftigen Ausweisungen, mit Vertragskonditionen und mit Ankaufspreisen – letztere gab der Bürgermeister nun öffentlich mit 28 Euro pro Quadratmeter bekannt. Für Hubert Nöth von der Rechtsaufsicht waren das alles nachvollziehbare Gründe für eine nichtöffentliche Behandlung.

Preise zwischen 175 und 245 Euro pro Quadratmeter

Bis zum Tag der Gemeinderatssitzung hat es laut Klein über 200 Anfragen nach einer Baumöglichkeit gegeben. Bei der Planung des künftigen Gebietes war auch der Größenbedarf von Interessenten berücksichtigt worden. Die Bauplatzpreise könnten sich im Bereich zwischen 175 bis 245 Euro pro Quadratmeter bewegen, je nach Größe des Grundstücks.

Mit einer Vielzahl von Bauwerbern seien bereits Reservierungsvereinbarungen getroffen worden. Dafür sei ein Entgelt von 2500 Euro erhoben worden, um Bewerbern mit ernsthaftem Interesse den Vorzug zu geben. "Wir gegen davon aus, dass alle, die eine Vereinbarung unterschrieben haben, ihr Traumgrundstück bekommen", sagte Klein.

Eine Gemeinde wie Rödelsee vertrage weiteren Zuwachs. "Wir sind infrastrukturell gut aufgestellt", betonte der Bürgermeister. "Wir haben uns von innen nach außen entwickelt." Klein führte zum Thema Infrastruktur den Dorfladen an, der aus 2020 mit einem leichten Gewinn herausgegangen sei, die Schule mit weiteren Raum- und den Kindergarten mit Erweiterungsmöglichkeiten an. Schließlich heiße es: "Wer Bauplätze sät, erntet Kinder", sagte Markus Ostwald.

Drei Varianten mit unterschiedlichen Straßenführungen

Matthias Pröstler und Kilian Philipp vom Ingenieurbüro Röschert stellten dem Gemeinderat drei Varianten mit unterschiedlichen Straßenführungen im künftigen Baugebiet vor, wobei sich der Rat auf die mit zwei kleineren Ringstraßen und einigen Stichstraßen verständigte. Auch Fußwege soll es geben. Die Erschließung soll in einem Zug erfolgen.

Auch einem Spielplatz im Baugebiet wird es geben. Wobei Gemeinderat Holger Kelle darauf hinwies, dass er sich einen solchen auch auf dem Sportgelände vorstellen könnte. Sein Kollege Hermann Eickhoff meinte, dass vermutlich das Regenrückhaltebecken bei Trockenheit von Kindern auch genutzt werde.

Anbindung an die Staatstraße über einen Kreisverkehr

Viel Zeit nahmen die Festlegungen in Anspruch. So beträgt die Grundflächenzahl 0,35. Diese Zahl gibt an, wie groß die überbaubare Fläche auf dem Grundstück ist. Zwischen Baugebiet und den bestehenden Sportflächen befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb und ein Großteil der Ausgleichsfläche für das Baugebiet. Was aus den Sportflächen wird, hängt auch ein Stück weit von der Anbindung des neuen Baugebiets von der Staatsstraße aus ab. Diese soll mit einem Kreisverkehr verwirklicht werden.

Außerdem debattierte der Gemeinderat über Grundstücksgrößen, Wohneinheiten, Dachformen, Dachbegrünung, Gauben und Stellplätzen. Auch die Regenrückhaltung war ein Thema. Denn neben einem Rückhaltebecken könnten auf den Grundstücken auch Zisternen errichtet werden, die neben ihrer Funktion als Wasserspeicher auch bei Regen ein Rückhaltevolumen haben.

Lob für das Planungsbüro gab es nicht nur von Gemeinderat Ralf Warm. Dem gefiel nämlich, dass von vornherein zwölf Kubikmeter Substrat pro geplantem Baum vorgesehen sind. 180 Bäume sollen im Baugebiet gepflanzt werden. Gemeinderat Lars Chrischilles sprach von einem "ökologisch hochwertigem Baugebiet".