Ein Jahr nach der Fusion des Rinderzuchtverbandes (RZV) Würzburg und des RZV Mittelfranken zum RZV Franken, freut man sich dort über ein Spitzenergebnis. Darüber berichtete am Freitag in Dettelbach, bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung mit dem Milcherzeugerring Unterfranken, Geschäftsführer Werner Hauck. Getragen von hervorragenden Rindfleischpreisen und damit einhergehend, steigenden Durchschnittspreisen bei allen Gattungen, sei der Umsatz im Berichtsjahr 2011/2012 um 7,6 Prozent auf 20,7 Millionen Euro gestiegen. Der RZV Franken nehme damit den Spitzenplatz in Bayern ein, so Hauck.

Wenn nun noch der Milchpreis seinen Aufwärtstrend weiter fortsetze, könnten vor allem Mitgliedsbetriebe mit der Doppelnutzungsrasse Fleckvieh optimistisch in die Zukunft blicken. Ein Wermutstropfen in der Bilanz sei das Auftreten des „Schmallenberg-Virus“. Diese Krankheit, die oftmals ohne Schäden auftritt, habe dazu geführt, dass einige der Hauptabnehmerländer ihre Exportnachfrage komplett eingestellt oder mit sehr hohen Auflagen versehen haben, informierte der Geschäftsführer. Auch wenn man mit 1365 exportierten Färsen das bisher zweitbeste Ergebnis erzielt habe, beurteile er die Aussichten derzeit eher pessimistisch.

In den 2585 Zuchtbetrieben und 192 Aufzuchtbetrieben der Mitglieder standen zum Stichtag 30. September 2012, 103 935 Herdbuchkühe. Das waren 2851 mehr als im Vorjahr. Den Löwenanteil hat mit 89,1 Prozent das Fleckvieh, gefolgt von den Rassen Schwarzbunt (6,4 Prozent), Gelbvieh (2,4) und Rotbunt (1,4).

Über den Verband wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr 4729 Stück Großvieh verkauft. Das waren 614 weniger als 2011. Kälber wurden insgesamt 26 996 Stück vermarktet, darunter waren 2065 Zuchttiere. Der Rest ging in die Mast. Mit dem Verkauf von Kälbern erzielte der Verband zwei Drittel seines Umsatzes, berichtete Hauck. Nicht zu vernachlässigen sei der Export, der neun Prozent zum Umsatz beitrug. Derzeit exportiert der Verband in sieben Länder.

Verkauf verdoppelt

Eine Spitzenstellung nehme der Verband bei der Versteigerung von Bullen ein. Monatlich stünden Besamungsstationen und Interessenten für Deckbullen rund 30 Tieren bei den Auktionen zur Auswahl. Der Verkauf habe sich in den zurückliegenden zehn Jahren verdoppelt und zeige die Beliebtheit der Märkte in Dettelbach und Ansbach. Der gute Absatz an Zuchtbullen führte gleichzeitig zu einer guten Nachfrage bei Zuchtbullenkälbern.

Stolz berichtete Hauck von Spitzenbullen, die von Besamungsstationen zu Toppreisen erworben wurden. Als Beispiele nannte er den Bullen „Royal“ der in Dettelbach 46 000 Euro erzielte und den Bullen „Scott“, der in Ansbach für 64 000 Euro den Besitzer wechselte. Auch die Vermarktung der Jungkühe an beiden Standorten genieße bei den Fleckviehzüchtern einen guten Ruf, so Hauck. So sei eine exzellente Vertreterin einer Rasse einem Käufer 3100 Euro wert gewesen. Die große Nachfrage auf den Märkten und die hohe Qualität der Tiere ließen auch für die Zukunft gute Verkaufschancen erwarten, vor allem, wenn der Zuchtfortschritt weiter so voran schreite wie bisher.

Sehr hohe Verkaufsquote

Erfreulich sei, dass es im vergangenen Geschäftsjahr kaum Überstände bei den Märkten gegeben habe. Verkaufsquoten zwischen 92 und 100 Prozent sprächen für sich, sagte Hauck. Die Zahlen zeigten, dass der RZV auf dem richtigen Weg sei, die Märkte, als ehrlichste Form der Vermarktung, von den Landwirten geschätzt werden und deren Vertrauen genießen. Auch in Zukunft müssten Käufer beim RZV ein umfangreiches Angebot von guter Qualität vorfinden, damit es für die Verkäufer lukrativ bleibt, die Märkte zu beschicken, sagte der Geschäftsführer.