Die närrische Zeit ist seit Aschermittwoch vorbei, doch sie hatte noch einen Höhepunkt zu bieten: Neben dem Fastnachtmuseum entsteht in Kitzingen eine Fastnachtakademie. Träger der 4,2 Millionen Euro teuren Einrichtung sind der Bund Deutscher Karneval und der Fastnacht-Verband Franken. Am Freitag wurde auf der Baustelle Richtfest gefeiert.

Nach dem Spatenstich im Juli letzten Jahres mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Landtagspräsidentin Barbara Stamm wurde nur sieben Monate später die Fertigstellung des Rohbaus gefeiert. Von den gesamten Kosten sind 2,8 Millionen, also rund zwei Drittel, durch Zuschüsse von elf unterschiedlichen Fördergebern gedeckt. Unter der Anleitung des Kitzinger Architekten Karl-Heinz Schmidt entsteht ein barrierefreier Neubau auf vier Ebenen mit einer nutzbaren Fläche von rund 1500 Quadratmetern.

Eröffnung am 11. November

Nachdem Hermann Krebs von der gleichnamigen Zimmerei aus Ebrach vor dem Gebäude den Bauherren, den Architekten sowie die am Gewerk tätigen Meister und Gesellen hochleben ließ, bat Bau- und Hausherr Bernhard Schlereth, Präsident des Fastnacht-Verbandes Franken und einer der Vizepräsidenten im Bund Deutscher Karneval, die Gäste zum zweiten Teil in den Museumskeller. „Trotz mancher Herausforderungen und Überraschungen“ freute er sich darüber, dass das Vorhaben voraussichtlich zeitlich und finanziell im Rahmen bleibe. Schließlich soll die Akademie pünktlich zum Saisonstart am 11. November eröffnet werden.

Experte für Fördergelder

Staatssekretär Gerhard Eck dankte den Firmen „für eine tolle und einwandfreie Bauleistung“. Dabei hatte sich Schlereth als Experte für Fördergelder bewiesen: „Wenn es irgendwo ein Töpfchen gibt mit einem Fünfer drin, ich finde es.“ Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer freute sich, dass der Innenstadt Kitzingens „neues kulturelles Leben eingehaucht“ werde. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel hob in seinen Grußworten die „überraschend kurze Bauzeit“ hervor.

Auch Kitzingens Landrätin Tamara Bischof verteilte ihr „Kompliment, was auf diesem beengten und innerstädtischen Bereich auf die Beine gestellt wurde“. Der Landkreis könne stolz darauf sein, dieses Kulturzentrum bei sich zu haben. Oberbürgermeister Siegfried Müller hob die Bedeutung der Einrichtung für die Stadt hervor.

Umzug nach Kitzingen

Schlereth lud dazu ein, sich davon überraschen zu lassen, „was sich hinter der kleinen Eingangstüre so alles versteckt“, und überraschte die Anwesenden selbst mit der Nachricht, dass die Närrische Europäische Gemeinschaft ihren Sitz nach Kitzingen verlegen wolle.

Musikalisch begleitet wurde das Richtfest von den „Eselsohren“ aus Homburg am Main.