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Dettelbach

Rettung für Turmfalken-Weibchen in Dettelbach

Stundenlang baumelte ein Turmfalkenweibchen, verheddert in eine Schnur, in einem Baum. Die LBV-Ortsgruppe bemühte sich mit Hilfe der Feuerwehr um seine Befreiung.
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Anne Ebert entlässt den Turmfalken nach kurzer Regeneration wieder in die Freiheit. Foto: Ottmar Deppisch
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Ein aufmerksamer Beobachter bemerkte in einiger Entfernung vor seinem Küchenfenster eine Bewegung. Ein genaueres Hinschauen zeigte dann eine grausige Situation: Ein größerer Vogel baumelte kopfüber an einem Baum, gefangen von einer Schnur, die sich um ein Bein des Tieres verwickelt hatte. Bei der Rast auf der Spitze des gut zwölf Meter hohen Baumes verfing sich die Schnur im Geäst und brachte den Vogel so in eine ausweglose Situation.

Der Beobachter informierte die LBV-Ortsgruppe Dettelbach. Matthias Ebert und Ottmar Deppisch mussten vor Ort erkennen, dass die Bergung des Tieres unmöglich ist. Auf Grund der Höhe war der Vogel, ein Turmfalke, mit einer Leiter nicht erreichbar. Eine Zufahrt für Fahrzeuge war ausgeschlossen, womit auch ein Einsatz der Feuerwehrdrehleiter ausschied. Zufällig erschien die Grundstücksbesitzerin vor Ort, die das Fällen des Baums, einer Fichte, erlaubte. Der Baum sollte durch Seile gebremst werden, um dem Vogel nicht zu schaden.

Schnur löste sich, nur um sich wieder zu verfangen

Die Dettelbacher Feuerwehr versprach Hilfe. Als sie anrückte, war der baumelnde Turmfalke aber plötzlich nicht mehr zu sehen. Man entdeckte ihn weiter unten im Baum. Die Schnur hatte sich wohl durch die zappelnden Bewegungen des Tieres gelöst, dann aber erneut an einem Ast verfangen, diesmal in etwa sieben Meter Höhe. Hier konnten die Feuerwehrleute den Vogel mit einer Leiter bergen.

Am Boden lösten die Helfer die zerfledderte Schnur aus den Krallen des Greifvogels. Dieser war jedoch vom  stundenlangen Kampf in der Sonne stark geschwächt. LBV-Vorsitzender Ottmar Deppisch nahm das Tier mit nach Hause und versorgte es mit Wasser und Nahrung. Am nächsten Morgen hatte sich das Tier erholt. Anne Ebert, Tochter des stellvertretenden LBV-Vorsitzenden Mattias Ebert, entließ den Falken am Ort seines Unfalls in die Freiheit. Die Vogelschützer hoffen, dass die Turmfalkendame in ihr gewohntes Leben zurückkehren kann.

LBV: Schicksal des Falken ist kein Einzelfall

Das Schicksal des Vogels ist kein Einzelfall, berichtet der LBV. 2012 verfing sich bei Bibergau ein Mäusebussard. 2018 hatte sich, ebenfalls in Bibergau, ein Turmfalke mit einer Schnur in einem Baum verfangen. In beiden Fällen war den Tieren nicht mehr zu helfen. Der LBV appelliert daher,  Schnüre nicht aus Unachtsamkeit oder gar bewusst in der Landschaft liegen zu lassen. Auch andere Abfälle wie Netze, Plastikfolien, kleine Metallteile oder Giftreste könnten Tieren zum Verhängnis werden.