Sie war einst ein richtiges Schmuckstück – ein Rarität. Jetzt ist die historische Wallfahrtsfahne aus dem 17. Jahrhundert „verstaubt, verschmutzt, schimmelig, voller Falten und Risse“, wie es die Abteilung Textilrestaurierung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege formulierte.

Trotzdem soll die Fahne restauriert werden, was vor allem finanziell schwer zu stemmen ist. „Wir müssten natürlich viel investieren.“ Da sind sich die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde einig, noch dazu, da sich das Landesamt inzwischen ausgeklinkt hat.

Bei der Rückkehr der Burgwindheim-Wallfahrer am vergangenen Sonntag hatten Wallfahrtsführer Lothar Engert und sein Stellvertreter Gregor Schrauth den Pilgern die sogenannte „Blutsfahne“ in der Pfarrkirche erstmals präsentiert und gleichzeitig um Spenden gebeten. „Mal sehen, ob wir es schaffen – mit vereinten Kräften, viel Ausdauer und Eigeninitiative“, sagt Dekan Johannes Hofmann auf Anfrage. „Schön wäre es auf alle Fälle. Jedenfalls haben die beiden die Angelegenheit zur Chefsache erklärt.“

Vor etwa 15 Jahren war das wertvolle Stück bei der Renovierung der Nikolauskapelle in der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus unter dem Boden gefunden worden. „Es war regelrecht beerdigt worden“, informiert Hofmann. „Das hatte man damals so praktiziert.“

Restauriert werden soll die Wallfahrtsfahne aus historischen Gründen, da für die Pilgerfahrten eine naturgetreue Nachbildung vorhanden ist. Der Kostenvoranschlag für die Restaurierung lag im Jahre 2000 bei knapp 6000 Mark. „Heute würde wohl diese Summe in Euro nicht reichen“, befürchtet der Dekan.

Das Kleinod aus Seide ist bemalt und wurde wohl seinerzeit bei den ersten Pilgerfahrten mitgetragen. Im Volkacher Pfarrhaus wartet sie auf die Erneuerung. Auch Gutachten und Kostenvoranschlag sind dort zu finden.