Was wird aus der Würzburger Zwei-Millionen-Legosteine-Residenz , die der Kitzinger Reinhold Dukat – überwiegend originalgetreu – nachgebaut hat? Dass der Nachbau womöglich ein Plätzchen im Original findet, erscheint inzwischen eher unwahrscheinlich. Gerhard Weiler, Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung in Würzburg, spricht zwar von einer "schönen Umsetzung", sieht aber derzeit keine Verwendungsmöglichkeit für das Lego-Modell. Wie er auf Anfrage dieser Zeitung betonte, sei sein größtes Problem, dass in der Residenz "kein Platz ist". Denkbar sei allerdings eine zeitlich begrenzte Ausstellung "von zwei bis vier Wochen".

Dass das ungewöhnliche Bauwerk unbedingt in Würzburg gezeigt werden sollte, ist ganz klar die Meinung der Stadt Würzburg. Wie Pressesprecher Christian Weiß  betonte, wäre die Residenz sicher der erste Anlaufpunkt. Falls das nicht klappt, sei auch die Stadtgeschichtliche Abteilung im Franken-Museum auf der Festung Marienberg eine Alternative.   

Der Bauherr selber brauchte sich nach der Veröffentlichung der Geschichte über fehlende Reaktionen nicht beklagen: Anfragen, das ungewöhnliche Werk zu besichtigen, erfüllte er zum Teil noch am gleichen Wochenende. Der Kitzinger würde sein Werk generell gerne der Öffentlichkeit zeigen – am besten innerhalb einer Ausstellung. Wobei seine Hoffnung weiterhin auf der Residenz selbst liegt, zumal sich kommendes Jahr die Grundsteinlegung des zentralen Bauwerks zum 300. Mal jährt. Dass so etwas nach einer Festwoche und einer Sonderausstellung geradezu verlangt, steht für den 70-Jährigen fest. Die Bayerische Schlösserverwaltung habe er bereits angeschrieben, jedoch "noch keine Antwort erhalten".

Reinhold Dukat plant schon ein neues Projekt 

Was Reinhold Dukat auf gar keinen Fall will, ist eine wie auch immer geartete Wanderausstellung. Dafür dauern Auf- und Abbhau zu lange. Als sich zuletzt die Möglichkeit andeutete, sein Lego-Weltkulturerbe der Öffentlichkeit zu präsentieren, packte er die alles in allem 26 Gebäude in 20 spezielle Umzugskartons mit Schaumstoff – was bei aller Vorsicht alleine schon einen Tag in Anspruch nahm. Nachdem sich das Ausstellungsprojekt kurzfristig zerschlagen hatte, musste alles wieder mühsam in seinem Gästezimmer aufgebaut werden  – was erneut weit über einen Tag in Anspruch nahm. 

Vorstellen kann sich der Lego-Künstler zudem, "dass man an diesem Modell sehr gut Studien betreiben könnte, um den Barockstil und die fränkisch-bayerische Geschichte jungen Leuten näher zu bringen". Bei so viel Sendungsbewusstsein kann es durchaus sein, dass demnächst sogar ganze Schulklassen im Haus der Dukats unterwegs sind. 

Inzwischen hat sich Reinhold Dukat auch Gedanken gemacht, ob die Lego-Residenz vielleicht Zuwachs bekommen sollte.  Zuletzt war er verdächtig oft auf der Festung Marienberg - und hat auch schon die Hauptschwierigkeit ausgemacht: "Die Turmhauben sind ein Problem." Man merkt dem Kitzinger an: Es juckt ihm schon wieder in den Fingern, das ehemalige fürstbischöfliche Schloss ist bereits fest im Blick.

Überhaupt schwärmt der spät berufene Kunst-Student von der "Traumachse Residenz – Dom – Alte Mainbrücke – Marienfestung". Wobei sich dann recht schnell ein Platzproblem ergibt: Das Gästezimmer ist irgendwann ausgereizt. Dann müsste man, so Dukat mit einem Lächeln auf den Lippen, "fast schon das Mainfranken-Theater räumen".