Für verschiedene Projekte sind noch rechtliche Klärungen, Gespräche und Informationen notwendig. Darin war sich der Wiesenbronner Gemeinderat am Dienstagabend beim Ortstermin hinter der Kirche und bei der Sitzung in der Sporthalle einig. Im Wesentlichen ging es dabei um Parkplätze hinter der Kirche, um die Engstelle beim Rathaus und das gemeindliche Archiv, das im Matthäushaus der Kirchengemeinde untergebracht werden könnte. Für diese und weitere Punkte gab es großes Interesse, viele Wiesenbronner verfolgten natürlich im gehörigen Corona-Abstand die Diskussionen in der Sporthalle.

An der Kirche sollen nach Möglichkeit auf dem Schotterweg hinter der ehemaligen Schule Parkplätze, darunter auch ein Behindertenparkplatz, und ein barrierefreier Zugang zur Kirche entstehen. Gemeinderat Reinhard Fröhlich erläuterte die Besitzverhältnisse, da der Schotterweg der Gemeinde und die Zufahrt, auf der die Gemeinde ein Geh- und Fahrtrecht besitzt, zu seinem Grund und Boden gehört.

Gemeinderäte hielten Kosten für sehr hoch

Die Fläche westlich des Schotterwegs gehört ebenfalls zum Fröhlich'schen Anwesen. Die könnten sich manche Ratsmitglieder auch als Parkmöglichkeit vorstellen, zumal Fröhlich erklärte, dass sie zwar Privatgrund bleiben soll, "aber ich würde sie zur Verfügung stellen". Zum Geh- und Fahrtrecht erklärte er, dass es entstand, als die Gemeinde die Wiese hinter der Kirche kaufte "und die Gemeinde hat die Verpflichtung, die Zufahrt in Ordnung zu halten".

Bei der Diskussion zur Thematik in der Sporthalle hielt Frank Ackermann ebenso wie Hendrik Wenigerkind Aufwand und Kosten für die Parkplätze bei geschätzten Kosten von rund 206 000 Euro für sehr hoch. "Es müsste eine kostengünstigere Lösung gefunden werden, da die Parkplätze von den Besuchern der Kirche und des Landjugendheims genutzt werden", meinte Ackermann, während Wenigerkind anregte, erst die rechtlichen Seiten zu klären und dann den Auftrag an Dorfplaner Tom Buchholz zu erteilen.

Kathrin Stenger konnte sich einen Flächentausch vorstellen, wobei auch zur Sprache kommen müsse, "was die Kirche will". Dabei sollte auch über einen eventuellen Verkauf von Flächen geredet werden, schlug Fröhlich vor. Carolin Wegmann erinnerte an die alljährliche Gesprächsrunde zwischen Gemeinderat und Kirchenvorstand, wo die Thematik zur Sprache kommen könnte.

Gemeinsame Sitzung von Gemeinderat und Kirchengemeinde

Bürgermeister Volkhard Warmdt, der ebenfalls Bedenken wegen der hohen Kosten äußerte, forderte dazu auf, nach Möglichkeit auch einmal neue Wege zu gehen. Der Vorschlag Ackermanns, möglichst bald eine gemeinsame Sitzung von Gemeinderat und Verantwortlichen der Kirchengemeinde zu machen, bei der neben den Parkplätzen auch das Archiv zur Sprache kommen soll, fand die Zustimmung der Ratsrunde.

"Das Gemeindearchiv im Rathaus platzt aus allen Nähten und auch bei mir zu Hause ist Material untergebracht", erklärte der Bürgermeister. Das Ratsgremium stimmte geschlossen dafür, mit der Kirchengemeinde beim förderfähigen Ausbau des Matthäushauses zusammen zu arbeiten, um das Gemeindearchiv da unterzubringen. Die Restaurierung des Hauses ist auf rund 200 000 Euro veranschlagt. Dorfplaner Buchholz wird beauftragt, mit der evangelischen Kirche in Verhandlungen zwecks Ausbau und Archiv zu treten, beschloss die Runde einstimmig.

Ehemalige Sparkasse wird Wohnhaus

Das Anwesen Hauptstraße 10, in dem ehemals eine Sparkassenfiliale untergebracht war, wird zum Wohnhaus umgebaut. Um die Engstelle beim Rathaus zu beseitigen, soll von diesem Haus ein Stück abgezwackt werden, um vor allem den Fußgängern an dieser Stelle mehr Sicherheit zu gewährleisten. Die Kosten für die Gemeinde bezifferte der Bürgermeister auf rund 50 000 Euro.

Die Gemeinde müsste dazu auch den betroffenen Grund und Boden kaufen, "um eine saubere Lösung zu bekommen", meinte Hans-Jürgen Hubenthal. Einige Ratsmitglieder sagten dazu, dass der Besitzer nicht willens sei, die etwa 14 Quadratmeter große Fläche zu verkaufen. Der Bürgermeister will deshalb erst die rechtliche Seite geklärt wissen. Sein Vorschlag, erst diesen Aspekt vor dem Auftrag an den Dorfplaner zu klären, wurde bei einer Gegenstimme angenommen.