Aufgrund der besonderen Umstände mussten in diesem Jahr die Pflanzenbauversammlungen "Rat zu Saat" erstmals online abgehalten werden. Die Beteiligung sei mit rund 400 Teilnehmern dennoch wieder sehr gut gewesen – und sogar die höchste an allen Ämtern für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Unterfranken. Das teilt das AELF in Kitzingen in einem Presseschreiben mit.

Neben den Landwirten aus dem eigenen Landkreis haben auch einige aus den benachbarten Landkreisen an den Veranstaltungen teilgenommen. Der Behördenleiter, Gerd Düll, vom AELF  Kitzingen freute sich über die hohe Akzeptanz: "Die Landwirte in Unterfranken zeigten damit, dass sie bereit und in der Lage sind, modernste Kommunikationsmittel der Digitalisierung einzusetzen". Dies stehe im völligen Widerspruch zum oft vermittelten Bild des rückständigen ungebildeten Bauern.

Für eine sichere Datenübertragung war die Teilnehmerzahl zuerst auf 100, dann auf 150 Teilnehmer begrenzt worden. Durch die hohe Nachfrage wurde ein Zusatztermin Anfang Februar notwendig, der erstmals nachmittags stattfand. Düll ist überzeugt, dass "der Weg, der durch die Corona-Pandemie eingeleitet wurde, weiterverfolgt werden muss". Auch zukünftig werde es sowohl Präsenz- als auch Online-Veranstaltungen geben.

Rote und gelbe Gebiete waren ein Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Düngeverordnung und die Ausweisung der roten (nitratbelastet) und gelben (phosphatbelastet) Gebiete, die Klaus Maslowski vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg vorstellte. Durch die Änderung der jetzt bundesweit einheitlichen Vorgaben zur Ausweisung dieser Gebiete, habe sich für den Landkreis Kitzingen, der vormals fast vollständig im roten Gebiet lag, um circa die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landkreises vermindert. Circa 90 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Landkreisfläche werden als gelbe Gebiete festgelegt. Daten könnten unter anderem unter www.umweltatlas.bayern.de eingesehen werden, wie Anton Lesch, Wasserberater am AELF Kitzingen, erläuterte. 

Gerd Düll erläuterte die aktuellen Entwicklungen und Vorschläge zur Agrarpolitik der EU ab 2023. Den Schwerpunkt bildeten drei Ziele: Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent, Reduktion des Nährstoffeinsatzes um 20 Prozent und Steigerung des Öko-Anbaues auf 30 Prozent.

Anbauer für Sonnenblumen gesucht

Sebastian Ries vom Erzeugerring Unterfranken informierte im Bereich Pflanzenschutz und stellte die aktuelle Sortenempfehlungen für das Frühjahr 2021 vor. Von der Sonnenblumen Erzeugergemeinschaft Kitzingen wurde die derzeitig günstige Situation für die Vermarktung von HO-Sonnenblumen sowie ein Ausblick für den Anbau eines neuen Sonnenblumen-Typs mit guter Wirtschaftlichkeit für das Anbaujahr 2021 vorgestellt. Es werden noch dringend Anbauer gesucht und es können noch Flächen für den Sonnenblumenanbau bei der Erzeugergemeinschaft angemeldet werden. Hier gelte es, die aktuelle Chance am Markt zu nutzen.  

Zum Abschluss informierte Thomas Karl vom AELF Kitzingen über die Neuerungen in der Förderung beim KULAP. Erstmals sei auch hier eine Neu-Antragstellung nur online bis zum 24. Februar über iBALIS möglich. Aufgrund der anstehenden Reform der Agrarpolitik sei eine Neuantragstellung für viele Maßnahmen nur für eine Laufzeit von zwei Jahren möglich. Neben den meisten bereits bekannten Maßnahmen werden als neue Maßnahmen der Herbizidverzicht auf Ackerflächen sowie die Bekämpfung von Maiszünsler über Trichogramma-Schlupfwespen angeboten.

Weitere Infos auch unter www.aelf-kt.bayern.de