Ein wenig verschaukelt fühlte sich eine Mehrheit der Stadträte Marktbreits in der Sitzung am Montagabend: Der Antrag der Firma Beuerlein, ein Grundstück auf Marktbreiter Gemarkung wieder zu verfüllen, wurde mit 7:9 Stimmen abgelehnt. Grund für die Ablehnung: Das Verfüllmaterial entspricht nicht der Klasse der Abbaugenehmigung.

Es liegt rund zwei Jahre zurück: Die Stadt Marktsteft hatte ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen, direkt an der Umgehungsstraße, im Schwemmgebiet des Mains. Der Fluss hatte dort Sand und Kies abgelagert, ein begehrter Rohstoff, der vor der Bebauung ausgebeutet werden sollte. Um anschließend das Gewerbegebiet ausweisen zu können, musste die Grube wieder verfüllt werden. In der Nähe, auf Marktbreiter Gemarkung, wurde ein Grundstück mit geeignetem Boden gefunden, ein entsprechender Antrag von der Firma Beuerlein auf Ausbeute gestellt.

"Das ärgert mich"

Dem stimmte auch der Stadtrat Marktbreit zu, unter der Prämisse, dass die Wiederverfüllung mit unbelastetem Material der Klasse Z 0 erfolgt. Der jetzt vorliegende Antrag sieht aber eine Verfüllung mit leicht belastetem Z 1.1 Material vor. "Wir haben uns damals schwer getan mit einer Genehmigung und lange überlegt", sagte Christiane Berneth zum neuen Antrag. Die Zustimmung des Rats erfolgte unter der Prämisse, "dass reinkommt, was raus kam". Das ist jetzt nicht mehr so "das ärgert mich", so die SPD-Rätin. Eine Argumentation, der eine Ratsmehrheit folgen konnte. Allerdings ist die Stadt nur zur Stellungnahme gefragt, die Entscheidung fällt das Landratsamt.

Die Stützmauer in der Kapellensteige und der Platz vor dem Malerwinkelhaus werden nun zeitgleich saniert. Eigentlich sollte das zeitlich entzerrt statt finden, doch konnten sich die Baufirmen nicht einigen, so Bürgermeister Harald Kopp. Da Firmen heutzutage nicht einfach zu bekommen seien, stimmte die Stadt zähneknirschend zu – wofür der Bürgermeister sich entschuldigte.

Wie berichtet, plant die Verwaltungsgemeinschaft den Neubau ihres Verwaltungsgebäudes , was mittelfristig den Auszug aus dem Marktbreiter Rathaus bedeutet. Zwar gebe es, so Kopp, bereits einige Ideen für eine Folgenutzung, doch sollten sich auch die Fraktionen darüber Gedanken machen. Und auch die Bürger sind aufgerufen, Ideen dafür bei der Stadt zu melden.