Auf Einladung des Bund Naturschutz trafen sich zwölf Naturinteressierte am alten Volkacher Bahnhof. Die Vorsitzende Gerda Hartner begrüßte die Teilnehmer/innen und dankte dem Ehrenvorsitzenden Hans Schneider für seine gut ausgearbeitete Route, die sicherstellte, dass diverse Naturschutzgebiete und BN eigene Grundstücke zeitnah mit dem Fahrrad zu erreichen waren.

Hans Schneider führte die Gruppe als Erstes zum Naturschutzgebiet "Dürringswasen" bei Astheim, das in Fachkreisen zu den wertvollsten Sandmagerrasen-Schutzgebieten Deutschlands gehört und durch ein geplantes angrenzendes Wohnbaugebiet zerstört werden könnte. Als nächste Station machten die Radler an einer Wiese zwischen Astheim und Escherndorf halt, die dem Bund Naturschutz gehört und die der an trockene heiße Standorte angepassten Flora und Fauna eine Heimat bietet. Gerda Hartner erklärte, wie wichtig und gleichzeitig empfindlich ein solches Ökosystem ist. Die Vorsitzende betonte, dass in diesem Gebiet am Main Sandabbau betrieben und damit der wertvolle Sandmagerrasen mit der von ihr abhängigen Tierwelt vernichtet werden soll.

Anschließend führte Hans Schneider die Radler an die BN-eigene Brünnleinswiese und eine weitere, dem Ortolan gewidmeten Streuobstwiese. Der seltene Zugvogel ist anspruchsvoll in seiner Nistplatzwahl und benötigt viel an natürlicher Struktur: Bäume, Hecken, Wiesen mit aufgelockerter Vegetation. An diesen Standorten ist es das Ziel, alles zu bieten, dass sich der Ortolan hier wieder ansiedelt, betonte Hans Schneider.

Als die Naturinteressierten am Rothenbachsee vorbei radelten, und feststellten, dass der See und sein Zulauf fast vollständig ausgetrocknet sind, fühlten sie sich sehr negativ berührt. Einige fragten sich, ob das im Eigentum der Stadt Volkach befindliche Gewässer angesichts des Klimawandels richtig bewirtschaftet wird. Der Amphibienschutz am Rothenbachsee ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil der Arbeit der Volkacher Naturschützer. Über 30 Jahre lang wurden dort die Amphibien über die Straße getragen, durch den Bau von 23 Tunnelunterführungen auf Betreiben des Bund Naturschutz wurde für die Amphibien eine gefahrlose Unterquerung erreicht. Der Einsatz, auch an Steuerzahlergeld, ist enorm. Es ist für den Bund Naturschutz Volkach ein wichtiges Anliegen, dass der Schutz der Amphibien hier weiterhin gewährleistet ist.

Zu guter Letzt führte Schneider die Gruppe zu einem neu angelegten Totholzgarten, der Heimat für Reptilien und Insekten werden soll. Vor Ort sprach Gerda Hartner dem Bauhof der Stadt Volkach und der Zimmerei Eichelbrönner ihren Dank für die Unterstützung bei der Beschaffung des erforderlichen Totholzes aus. Die Gäste waren beeindruckt und wünschten dem BN Volkach ein gutes Gelingen bei der Realisierung seiner anstehenden Projekte.

Von: Gerda Hartner (1. Vorsitzende, Ortsgruppe Volkach im Bund Naturschutz)