Beim Rahmenprogramm zur Sonderausstellung „jüdisch jeck“, die das Deutsche Fastnachtmuseum in Kooperation mit dem Förderverein ehemalige Synagoge derzeit präsentiert, entführte nach dem dem Puppentheater „Die schlaue Esther“ und Diethart Bischofs Streifzug durch den jüdischen Humor Hans Driesel in die Welt von Purim- und Fastnachtsspiel. Der Museumskeller war gut besucht, heißt es in einem Presseschreiben. Für die stimmungsvolle musikalische Gestaltung sorgten Hans und Lissy Heilgenthal.

Driesel, der Gründer und Leiter der Schweinfurter Hans Sachs Gruppe, bezeichnete die Purim- und Fastnachtsspiele als Grundlagen des Theaters der Neuzeit. Driesel rezitierte zum Vergnügen des Publikums Szenen aus dem Hans-Sachs-Spiel vom „Toten Mann“, aber auch aus der eher bedenklich stimmenden antisemitisch gefärbten Komödie „Der Juden Messias“ von Hans Folz.

Da die Wurzeln der Fastnachtspiele auch in der Passion zu finden sind, hätten manche Dichter das in ihren Komödien benutzt, um Stimmung gegen die Juden zu machen. Zwar fänden sich auch in den Purimspielen Seitenhiebe gegen die Christen, allerdings seien diese weitaus gemäßigter, heißt es in dem Presseschreiben weiter.

In die Wüste geschickt

Eingangs hatte Hans Driesel aus dem Buch Esther zitiert, dem „Urmanuskript“ der Purimspiele. Er wies auf die satirischen Elemente hin, die sich reichlich fänden. Von monatelangen Trinkgelagen sei die Rede und der König schicke seine unfolgsame Frau von jetzt auf nachher in die Wüste.

Dies zeige auch, dass die Grenze zwischen Tragödie und Komödie fließend sei. Interessant sei auch, dass der Esther-Stoff schon ab dem 13. Jahrhundert literarisch bearbeitet wurde, unter anderem von Jean Racine, Goethe und Carlos Bauer.