20 Millionen Euro will die Stadt Prichsenstadt in den kommenden vier Jahren investieren. Zwei Stunden lang arbeitete sich der Stadtrat am Donnerstagabend durch den Finanzplan von Kämmerer Marco Kölln. Der Haushalt, der in der nächsten Sitzung verabschiedet werden soll, und der dazugehörige Finanzplan, so Bürgermeister René Schlehr in seiner Einleitung, "zeigt umsichtige und ausgewogene Ansätze, wobei die Ressourcen der Stadt unter Einbeziehen der bereits begonnenen und geplanten Investitionen in einem angemessenen Umfang belastet werden". Letztlich stimmte der Rat mit 16:0 für den Finanzplan, in den Kölln bis zur Haushaltsdebatte noch einige Änderungen einbringen wird.

Weil die Räte wissen, dass keine großen Sprünge machbar sind, verzichteten sie auf ausgefallene Wünsche. Allein für die Dorferneuerung Stadelschwarzach sind bis 2023 gut 3,5 Millionen Euro zu verbauen, abzüglich zwei Millionen Euro von der Städtebauförderung. Noch liegen keine konkreten Pläne vor, einzig der Ausbau der Buttergasse in Richtung Sportheim ist mitsamt Randbereichen auf 330 000 Euro (167 000 Euro Zuschuss) beziffert. "Das wissen wir deshalb, weil es eine konkrete Maßnahme ist", so Schlehr auf Anfrage seines Stellvertreters Alfons Saugel.

Weitere große Posten in der Planung sind der Anbau am Haus für Kinder (2,7 Millionen Euro abzüglich 1,3 Millionen Euro Förderung) oder auch die Kanalerneuerung in der Altstadt mit fast zwei Millionen Euro (Refinanzierung über Gebühren für alle Prichsenstädter).

Feuerwehr bekommt 2024 ein neues Fahrzeug

Für 365 000 Euro bekommt die Feuerwehr Prichstadt ein neues Fahrzeug, und Helmut Happel (Kommandant in Stadelschwarzach) pochte mit Vehemenz auf seinen seit Jahren geäußerten Wunsch nach einem  Ersatzfahrzeug des 32 Jahre alten Fahrzeuges. "Es muss nichts luxuriöses sein, ein HLF 10 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) reicht völlig", so Happel in seinem Appell. Der wurde erhört, für 2024 kann eine Ersatzbeschaffung in den Haushalt eingestellt werden.

Eine halbe Stunde debattierte der Rat sehr intensiv über den Antrag von Harald Eger, Geld für Baugrundstücke einzustellen. Das, so Eger sinngemäß, sei für den Fall, "dass wir ganz schnell mal für Bauwillige auch Bauland zur Verfügung stellen können". Was wohl nicht ganz so einfach werden dürfte, denn nicht jeder, der Bauland verkaufen könne, wolle dies auch machen, so der Tenor im Rat.

Haushalt wird in der nächsten Sitzung verabschiedet

Immerhin erhöhte der Rat den Posten "Kauf von Bauland" von 120 000 Euro (30 000 pro Jahr bis 2023) auf 320 000 Euro (80 000 Euro pro Jahr). Hier wartete Roland Eckert mit einem Vorschlag auf, der durchweg Sympathie fand. Er sprach von einem, so wörtlich, "schlummernden Potenzial an Grundstücken in der Großgemeinde, die sich mit wenig finanziellem Aufwand erschließen lassen könnten". Die Suche nach solchen Grundstücken wird der Bürgermeister baldmöglichst umsetzen lassen.

Die Schulden der Stadt übrigens dürfen durchaus als "moderat" bezeichnet werden. Ende 2020 werden sie voraussichtlich bei 548 000 Euro liegen (pro Kopf 108 Euro, Landesschnitt 573 Euro), Ende 2021 bei 519 000 Euro (pro Kopf 170 Euro), Ende 2022 bei 489 000 Euro (pro Kopf 160 Euro) und Ende 2023 bei 986 000 Euro (pro Kopf 322). Genaueres wird der Kämmerer in der nächsten Sitzung berichten, dann sollen auch der Verwaltungs- und der Vermögenshaushalt beraten und verabschiedet werden. Erstmals waren im Zuschauerraum auch tatsächlich beim Thema Finanzplan Zuschauer anwesend, durchweg Kandidaten für Rats- und Bürgermeisterposten. Fragen an den Rat hatte niemand.