Mit einer Gedenkminute für den Förster der Stadt Prichsenstadt, Hubertus König, eröffnete Bürgermeister René Schlehr die jüngste Ratssitzung. König war vor etwas mehr als einer Woche im Alter von 53 Jahren "bei einem tragischen Verkehrsunfall" ums Leben gekommen. Schlehr habe, wie seine Räte auch, die Arbeit des "Försters mit Leidenschaft" hochgeschätzt. Mit seiner Menschlichkeit und seinem sehr hohen Fachwissen, dass König sehr gern geteilt hatte, "wird er uns sehr fehlen".

In der folgenden Sitzung stimmte der Rat einstimmig dafür, dass die Ortsgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes einen Zuschuss über 10.000 Euro für das neu beschaffte Einsatzfahrzeug der "Helfer vor Ort" bekommt. Es handelt sich um einen BMW X1, dessen Zuschuss der Rat bereits 2020 beschlossen und 2021 in den Haushalt eingestellt hatte. Am 12. April bat die BRK-Ortsgruppe "nunmehr um den Zuschuss", zitierte Schlehr aus dem Antragsschreiben. Für dieses Jahr sei das Geld in den Haushalt eingestellt.

In diesem Zusammenhang teilte Schlehr dem Rat mit, dass alle Zuschussanfragen zukünftig nicht mehr im nichtöffentlichen, sondern im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt würden. Das sei, so Schlehr, ein deutlicher Hinweis aus dem Landratsamt in Person von Hubert Nöth gewesen. Nöth ist beim Landratsamt unter anderem zuständig für Fragen rund um das komplexe Kommunalrecht. "Dass wir ab jetzt alle Zuschussfragen öffentlich behandeln, betrachten Sie bitte als eine Ergänzung zu diesem Tagesordnungspunkt", so Schlehr.

Prichsenstadt ist begehrt als Hochzeitsort

Neben dem Standesbeamten darf in Prichsenstadt auch Bürgermeister René Schlehr Paare trauen. Nun hat der Rat auch einstimmig den zweiten Bürgermeister Peter Eschenbach in den Stand als "Eheschließungsstandesbeamter" der Stadt bestimmt. Die dafür notwendige Kurzschulung hatte Eschenbacher bereits im März absolviert, und bis zum Ende seiner Amtszeit darf nun auch er Paare trauen.

Warum jetzt in Prichsenstadt gleich drei öffentlich bestellte Personen dafür eingesetzt werden, erklärte Schlehr mit der Corona-Pandemie und einem "kurzzeitigen personellen Ausfall". Prichsenstadt sei als Hochzeitsort sehr begehrt, und einmal waren sowohl Schlehr als auch der Standesbeamte ausgefallen, so dass der Bürgermeister eines Nachbarortes hatte einspringen müssen.

Mit nunmehr drei Personen in Prichsenstadt, die Paare verheiraten dürften, "sollte so etwas wohl nicht mehr vorkommen". Laut dem 17:0-Ratsbeschluss darf Eschenbacher als Standesbeamter nur Eheschließungen vornehmen.