Für Vorschläge, wie der Schlossplatz in Wiesentheid samt dem Bereich am so genannten Säulesmarkt in Wiesentheid eines Tages aussehen könnte, dazu hatte der Markt einen bundesweiten Wettbewerb für Architekten ausgeschrieben. Dieser Tage wurden die Sieger ausgezeichnet. Der erste Preis ging an Paul Böhmer vom Ingenieurbüro JOMA aus Bamberg. Sein Entwurf bekam von der Jury die meisten Punkte, wie Bürgermeister Werner Knaier verkündete.

Der zentrale Platz in Wiesentheid, genau im Dreieck Kirche-Rathaus-Schloss, soll künftig anders aussehen. Er soll hervorstechen, seinen Platz-Charakter mehr bekommen, ohne das dortige Ensemble zu beeinträchtigen. Eine wesentlich schmälere Straße, die an den Seiten zu Schloss, Kirche und Historischem Pfarrhaus viel Raum für Freiflächen lässt, ein lebendiger Treffpunkt könnte dort entstehen. Dazu muss zunächst der starke Verkehr im Ortskern reduziert werden, was durch Teile einer Umgehungsstraße künftig erfolgen soll.

Der Leiter der Jury – die aus Fachleuten vom Amt für Straßenbau, vom Landratsamt sowie der Gemeinde Wiesentheid und vom Haus Schönborn bestand – war mit Professor Gerd Aufmkolk (Nürnberg) ein expliziter Fachmann. Warum sich die Juroren mit großer Mehrheit für Böhmers Vorschlag als Sieger der acht eingereichten Arbeiten entschloss, erläuterte der Landschaftsarchitekt. Das „fantastische Ensemble“ des Platzes sei momentan sehr stark vom Verkehr dominiert. Wenn der Verkehr in einigen Jahren nicht mehr die Rolle spiele, dann werde die Fläche mehr in den Mittelpunkt rücken. Böhmers Entwurf sei wegen der Einfachheit, Zurückgenommenheit „die schlüssige und schöne Lösung für diesen Platz, für Wiesentheid.“ Im Detail ging der Professor auf den Plan, wie auch auf die anderen Arbeiten ein und erläuterte, was gefiel und was nicht.

Am Säulesmarkt, der Fläche zwischen Marienplatz und dem Schloss, galt es, die Bushaltestelle sowie den Bachlauf zu integrieren. Auch hier lieferten die Architekten interessante Vorschläge. Für den Gewinner heißt es nun, dass er damit nicht nur ein Preisgeld von 20 000 Euro bekommt. Er hat bei der nun folgenden öffentlichen Ausschreibung der Planung einen Punktevorteil.

Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier möchte möglichst 2018 mit der Umgestaltung des Ortskerns beginnen, denn dann soll die umfangreiche Restaurierung der Kirche abgeschlossen sein. Zudem müssen die Behörden mitspielen, schließlich verlaufen am Platz in der Ortsmitte eine Staats- und eine Kreisstraße. Mehr als ein Anfang, wie es künftig im Zentrum aussehen könnte, ist nun gemacht.

Die Vorschläge sind diesen Sonntag 25. September von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr im Rathaus zu besichtigen.