Die Stadt Dettelbach unterhält seit 35 Jahren eine Städtepartnerschaft mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen in der österreichischen Stadt Poysdorf im Weinviertel.

Auf Anregung von Michael Hartmann, dem Vorsitzenden der deutsch-österreichischen Gesellschaft, wurde nun das Poysdorfer Platzl nahe der Herz-Jesu-Statue hoch über den Dächern Dettelbachs eingerichtet und eingeweiht. Er wollte damit etwas Nachhaltiges schaffen, das der Freundschaft zu Poysdorf gerecht wird.

Das "Platzl" neben der Hütte wird markiert von einer Skulptur, die Kunstschmied Raimund Sauer aus Stahl angefertigt hat und die das Stadtwappen von Poysdorf zeigt. Die Skulptur wiegt rund 300 Kilogramm.

Stadtwappen zeigt auch Kundschafter

Wie Sauer herausfand, wurde das Stadtwappen 1923 kreiert und zeigt in Anlehnung an die biblische Aussendung von zwölf Kundschaftern in das Land Kanaan die beiden Poysdorfer Kundschafter Josua und Kaleb, die einen Träubl über den Schultern tragen.

Als Gastgeschenk brachten Bürgermeister Thomas Grießl und sein Partnerschaftsbeauftragter im Stadtrat, Jochen Glanznig, ein Marillen- und ein Kirschbäumchen mit, das gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Bielek auf dem Obsthain gepflanzt wurde. Die Weinprinzessinnen Franziska II. und Nadine I. setzten zwei Reben, einen grünen Veltliner und einen Zweigelt, die in Poysdorf vorherrschenden Weinsorten.

Zur Einweihung betonte Bielek, dass die Partnerschaft dank diplomatischen Geschicks zu dem wurde, was sie nach 35 Jahren ist. Sie sei ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Lebens, in der aber vor allem die persönliche Begegnung zähle. In Dettelbach gebe es in Erinnerung an Besuche immer strahlende Augen.

Standort beweist Wichtigkeit der Partnerschaft

Daher sei das Poysdorfer Platzl ein wichtiges Instrument und der Standort beweise die Wichtigkeit der Partnerschaft mit der Skulptur als Mittelpunkt. Bielek dankte für die Bezuschussung der Lokalen Aktionsgruppe Z.I.E.L. der Förderregion Kitzingen.

Das ständige Wachstum der Freundschaft würdigte auch Bürgermeister Grießl. Er merkte an, selbst gerne in Erinnerungen an die Säule und den Obstgarten rundum sowie den Blick in die Wein- und Kulturlandschaft am Main zu schwelgen. Das Platzl hat die Gesellschaft vom Wein-, Obst- und Gartenbauverein gepachtet.

Pfarrer Uwe Hartmann erinnert die Skulptur der Kundschafter an das biblische Motiv an der Grenze des gelobten Landes. Diese Poysdorfer Kundschafter hätten nun eine der schönsten Ecken Dettelbachs für sich entdeckt.