Der Mainbernheimer Stadtrat beschloss in seiner Sitzung im Saal der Radlerherberge die sechste Änderung des Flächennutzungsplan. Diese war im Zusammenhang mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Sondergebiet Lebensmittelmarkt an der B8" notwendig geworden. Die Norma möchte dort bauen.

Bei der öffentlichen Auslegung dazu war ein Schreiben mit Einwendungen und Forderungen eingegangen. Von den Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Nachbargemeinden erreichten die Stadt 15 Rückmeldungen.

Rödelsee sieht den Dorfladen in Gefahr

Darunter war unter anderem die Stellungnahme der Nachbargemeinde Rödelsee, die ihren Dorfladen gefährdet sieht. Für die Stadt Mainbernheim stehe aber die wohnungsnahe Versorgung ihrer Bürger im Vordergrund. Dafür sei der Dorfladen schon auf Grund seiner räumlichen Lage her nicht geeignet. Auch eine Wertminderung eines benachbarten Grundstücks konnte der Stadtrat nicht erkennen. Mit der Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten sei vielmehr eine Wertsteigerung verbunden.

Auch die fünfte Änderung des Flächennutzungsplans, die wegen der Freiflächenphotovoltaikanlage "Am Zollstock" notwendig wurde, ist beschlossen. Auch dazu hat der Stadtrat die Stellungnahmen, unter anderem die von der Nachbargemeinde Willanzheim, behandelt und abgewogen. Des Weiteren beschloss der Stadtrat den Abschluss eines Durchführungsvertrags.

Auch will die Stadt Mainbernheim künftig sich am Programm "Innen statt außen" beteiligen. Mit diesem Programm könnte der übliche Fördersatz von 60 auf 80 Prozent angehoben werden. Bei der Anwendung des Struktur- und Härtefonds betrage der Satz sogar 90 Prozent.

Im Baugebiet Langwasen soll das AWO-Seniorenzentrum , wie berichtet, verwirklicht werden. Architekt und Stadtrat Alfred Konnerth stellte dem Gremium die aktuelle Planung vor, der der Stadtrat zustimmte. Der Grüngürtel zwischen der Kreisstraße und dem AWO-Grundstück werde nur im östlichen Bereich für Erschließungszwecke genutzt, so dass der Eingriff mit einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans zugelassen werden könnte. Ob der Gebäudekomplex weiter von der Straße "Am Marbach" abgerückt wird, steht noch nicht fest.

Dient eine Halle nur als Mittel zum Zweck?

Erneut beschäftigte sich der Stadtrat mit einem Bau in der Gartenstraße. Dort war das Dach entgegen dem Bauantrag schwarz eingedeckt worden. Der Stadtrat besteht auf einer Eindeckung in Rot, da es so wie beantragt auch gebaut werden soll. Die Halle dagegen kann mit Blech abgedeckt werden, ebenfalls in Rot. Wegen der Stadtmauernähe soll es ein sauberes Bild sein, hieß es im Rat. Deswegen soll der Bauwerber auch zu einer "sauberen Lösung" verpflichtet werden. Die Entscheidung liegt jedoch beim Landratsamt.  

An der Michelfelder Straße möchte ein Bauwerber eine Lagerhalle mit Büro und Wohnung errichten. In unmittelbarer Nähe befindet sich jedoch ein gewerblich genutztes Grundstück. Deswegen lässt der Stadtrat auch dem Grundstück, auf das sich der Antrag bezieht, nur gewerbliche Nutzung mit untergeordneter Wohnnutzung zu. Hier bestehe aber die Annahme, dass letztlich primär eine Wohnnutzung angestrebt werde und die Lagerhalle nur als Mittel zum Zweck diene.