Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au ist vermutlich der gravierendste Punkt in der Sitzung des Volkacher Stadtrats am Montagabend (26. Juni, 19.20 Uhr). Der Stadtrat, der vor einem Jahr die Pläne der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) für eine rund neun Hektar große Fläche im Mainvorland einstimmig abgelehnt hatte, muss sich jetzt mit den geänderten LZR-Unterlagen befassen.

Lärmwerte „deutlich unterschritten“

Ausgeräumt – zumindest nach den vorgelegten Berechnungen – scheinen die Befürchtungen zu sein, dass vor allem der kleine Volkacher Ortsteil Köhler unter den Abbauarbeiten leiden muss. Die zulässigen Lärmwerte, die am rund 150 Meter entfernten Ufer in Köhler ankämen, werden laut einem Gutachten „deutlich unterschritten“.

Trotzdem hält die Stadt an einzelnen Auflagen weiter fest, da laut Beschlussvorlage die „Bedenken und Befürchtungen nicht ausgeräumt werden konnten.“ Ausschließen will die Stadt vor allem, dass Material aus Nordheim in Astheim gewaschen wird, um die Verkehrsprobleme in der engen Ortsdurchfahrt nicht weiter zu verschärfen.

Sorgen um den Tourismus

Sorgen bereitet den Verantwortlichen auch das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion im Landschaftsschutzgebiet. Dies werde für lange Zeit – der Abbau soll laut LZR zehn Jahre dauern – stark beeinträchtigt: „Die Investitionen in den Tourismus und damit die Existenz Einzelner ist definitiv gefährdet“.

Die Stadt Volkach ist derzeit ebenso wie andere Gemeinden und weitere Betroffene – beispielsweise die Bürgerinitiative Nordheimer Au – dazu aufgerufen, Stellung zu den überarbeiteten LZR-Plänen zu beziehen. Die Einwendungen fließen dann in das Genehmigungsverfahren ein. Die Entscheidung könne frühestens im Herbst oder Winter fallen, hieß es kürzlich aus dem Landratsamt.

Die weiteren Themen:

• Der Auftrag für die Baumeisterarbeiten am Kindergarten, wo ein Anbau und eine neue Kinderkrippe entstehen sollen, wird vergeben.

• Beim Ausbau des südlichen Bereichs der Escherndorfer Straße in Astheim müssen sich Stadt und Landkreis über die Kostenverteilung einigen. Eine entsprechende Vereinbarung liegt zur Entscheidung vor.

Vor dem Stadtrat tagt ab 19 Uhr der Bauausschuss. Der entscheidet über drei Bauanträge.